(Fast) zurück zum Start beim SAP-Projekt der Schweizer Armee

Relaunch Ende August. IDS Scheer wird für gestopptes Projekt mit fünf Millionen Franken abgegolten. Beratungspakete werden neu ausgeschrieben.
 
Wie das LBA (Logistikbasis der Armee) heute mitteilt, wird der "Relaunch" des Projekts "[email protected]" nicht vor Ende August erfolgen. Anfang Juni, als bekannt wurde, dass der Beratervertrag mit IDS Scheer für das im Herbst des letzten Jahres begonnene 18-Millionen Franken-Projekts aufgelöst wurde, glaubte die Logistikabteilung der Armee noch an einen Neustart Anfang Juli. Über die genaueren Ziele des Projekts, bei dem es um eine Konsolidierung der SAP-Systeme und die Einführung neuer Prozesse geht, haben wir bereits damals ausführlich berichtet.
 
Für die "strategische Neuaufsetzung" (O-Ton LBA) des Vorhabens braucht es noch einen ganzen Haufen Arbeit, wie man der Mitteilung entnehmen kann. Das Projekthandbuch und der Projektplan sollen neu geschrieben werden. Das heisst unter anderem, dass Arbeitspakete neu strukturiert, Meilensteine priorisiert, Menge und Art des Beratungsbedarfs abgeklärt, der Projektleiter bestimmt und das Projektteam personell besetzt werden müssen. An den Vorbereitungsarbeiten beteiligt sind die Divisionäre Jakob Baumann und Werner Bläuenstein, der Direktor BFTA (armasuisse), Dr. Hannes Wettstein sowie Berater der Firmen NOVO und BearingPoint.
 
Die Beratungspakete sollen teilweise nach WTO-Regeln und teilweise "freihändig" neu vergeben werden.
 
Ganz ohne Ergebnisse bleibt das abgeblasene Projekt mit IDS Scheer allerdings nicht. Gemäss LBA wird die von IDS Scheer stammende Software für Geschäftsprozessmanagement "ARIS" in Zukunft als Standard in der Schweizer Armee verwendet werden. IDS Scheer soll weiterhin zumindest für "produktnahe Dienstleistungen" beigezogen werden und erhält ausserdem fünf Millionen Franken für die bisher geleisteten Arbeiten. (Hans Jörg Maron)