BloggingToms Woche im Cyberspace

Teil I
 
Zufall, dass mein Internetanschluss gerade heute, wo ich meine erste Kolumne für inside-it.ch schreiben soll, nicht funktioniert? Oder drosselt die Cablecom meinen Anschluss bereits, weil ich als Poweruser zuviele datenintensive Anwendungen wie YouTube, Skype oder Zattoo & Co. nutze? Mit der Ankündigung von Swisscable, dem Verband der Schweizer Kabel-TV-Unternehmen, die Situation rund um die Nutzung datenintensiver Internet-Anwendungen zu prüfen, dürfte die Diskussion um die Netzneutralität auf alle Fälle auch in der Schweiz eröffnet sein.
 
Apropos Cablecom: Trotz Bemühungen, das öffentliche Image aufzupolieren, ist das Unternehmen dieses Jahr gleich zweifach für die Big Brother Awards 2007, mit welchen jährlich die schlimmsten Datenschutzverletzungen "ausgezeichnet" werden, nominiert. Unter den Mitstreitern für die satirischen "Preise, die keiner will" befinden sich aber auch andere prominente Unternehmen wie Swisscom und Orange, Credit Suisse und UBS, sowie die Migros. Für Verwunderung bei mir sorgte die Feststellung, dass sogar ich nominiert worden bin: Immerhin, und das beruhigt mich dann wieder etwas, für die einzige "positive" Auszeichnung, den "Publikumspreis für lobenswerten Widerstand gegen Überwachung und Kontrolle". Konkret beruht die Nominierung auf meinem Beitrag über den Online-Pranger bei studentbooks.ch, wo säumige Zahler öffentlich im Internet an den Pranger gestellt wurden. Schön zu sehen, dass auch Blogs immer mehr Gehör finden. Die gesamte Liste der Nominierten findet sich übrigens hier.
 
Ein Datenschutzproblem hatte gestern kurzzeitig auch Austrian Airlines. Die Airline will den Newsletter-Abonnenten nämlich eine Überraschung spendieren, wenn diese im Gegenzug ihr Geburtsdatum verraten. Wer der Aufforderung gestern nachkam und auf den Link klickte, sah sich aber mit den Daten anderer Abonnenten konfrontiert. Aber immerhin: Die Fluggesellschaft bemerkte das Datenleck gleich selber und behob es proaktiv innerhalb von rund 1 1/2 Stunden. Da könnten sich viele andere ein Beispiel nehmen.
 
Und zum Schluss noch dies: Links sind Links sind Links. Oder etwa doch nicht? Zumindest für Firmen wie easyJet oder den ADAC gilt das nicht. Ganz prähistorisch versucht man dort noch, die Flut von Links, die andere Webseiten auf deren Angebot setzen, zu reglementieren. Da wird einem schon mal vorgeschrieben, dass man nur einen Link setzen darf, wenn man auf der eigenen Seite kein Orange als Farbe einsetzt. Der deutsche ADAC geht da sogar noch einen Schritt weiter: Der Automobilclub verlangt allen Ernstes, dass für jeden Link eine schriftliche, nicht übertragbare Einwilligung per Email eingeholt werden muss.
 
Hoppla, schöne neue Internet-Welt… (BloggingTom)