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Donnerstag, 10.01.2008
Bringt der Einstieg der Software-Riesen bessere BI-Produkte?

Die Zeit der grössten Wachstumszahlen im Business Intelligence-Markt ist vorbei, glaubt Gartner. Aber das vermehrte Engagement von IBM, SAP, Oracle und Microsoft soll auf der Produkteseite einiges bewegen.
 
Das Marktforschungs- und Beratungsinstitut Gartner hat sich im Vorfeld einer grossen Veranstaltung zum Thema Business Intelligence ("BI Summit", 5. bis 7. Februar in Amsterdam) zu seinen grundsätzlichen Marktprognosen geäussert. Die Zeit der zweistelligen Wachstumszahlen im BI-Markt sei bald zu Ende, prognostiziert Gartner unter anderem. In diesem Jahr sei noch ein Wachstum von 12,5 Prozent zu erwarten, etwas weniger als letztes Jahr. Bis 2011 werde der weltweite Markt danach zwar noch auf ein Volumen von über sieben Milliarden Dollar wachsen, aber mit Wachtumsraten im einstelligen Prozentbereich.
 
Durch die Übernahme von Hyperion durch Oracle und die bevorstehenden Übernahmen von Business Objects durch SAP sowie Cognos durch IBM werden alle börsenkotierten BI-Spezialisten vom Markt verschwinden. Microsoft hat zwar keine grosse Übernahme auf dem Gebiet getätigt, integriert aber immer mehr BI-Funktionalitäten in eigene Produkte wie den PerformancePoint Server, Office 2007 und den kommenden SQL Server 2008.
 
Den Kundenunternehmen, die bereits BI-Lösungen eingekauft haben, rät Gartner diese nun möglichst durchgängig allen Business-Usern in ihren Unternehmen zur Verfügung zu stellen. Kunden von Cognos, Hyperion und BO sollten sich aber momentan mit strategischen Investitionen zurückhalten, bis IBM, Oracle und SAP ihre Produkteroadmaps verbindlich bekannt gegeben haben: Die strategischen Kernprodukte "Hyperion Essbase", "Business Objects XI", or "Cognos 8" würden zwar von den Softwareriesen bestimmt mit Hochdruck weiterentwickelt, aber andere Produkte, wo es Überlappungen mit den Eigenentwicklungen der Grossen gebe, könnten mittelfristig aufs Abstellgleis geschoben werden.
 
Insgesamt, so glaubt Gartner, werde sich die Marktkonsolidierung positiv auf den Wert der Produkte für die Anwender auswirken. Die eigentlichen Innovationen erwarten die Marktforscher zwar nicht unbedingt von den Riesen. Diese, so Gartner Experte Dan Sommer, werden aber durch ihre Marketing-Power dem BI-Bereich noch mehr Beachtung verschaffen: "Die grossen Anbieter werden die Verbreitung von BI-Lösungen vorantreiben, während neue BI-Anbieter auftauchen werden, die innovative neue Technologien und Produkte einführen, um sich von den 'Mega-Anbietern' differenzieren zu können." Ähnliches gilt auch für die übrig gebliebenen bestehenden BI-Grössen wie SAS, Microstrategy, Information Builders oder die "kleineren Fische" Arcplan, Panorama, oder Qliktech. Diese würden aber zusätzlich dem Marktgetöse der Riesen mit einem eigenen Marketingoffensive begegnen müssen, um selbst sichtbar zu bleiben.
 
Auf der Produkteseite erwartet Gartner, dass innovative reine BI-Spezialisten vermehrt Funktionalitäten wie zum Beispiel Dashboards, "predictive Modelling", Enterprise-Suchfunktionen oder interaktive Visualisierungen in ihre Produkte integrieren. Die reinen Report- und OLAP (online analytical processing)-Funktionen seien dagegen kein Differenzierungsmerkmal mehr. Die bekannten Anbeiter seien in dieser Beziehung heute alle etwa gleich weit und hätten diese grundlegenden BI-Funktionen in ihre diversen Software-"Stapel" integriert. (Hans Jörg Maron)
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