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Mittwoch, 09.04.2008
Software-Testen noch weitgehend unbeackertes Feld

Anwender-Firmen finden Software-Testing zwar extrem wichtig, wissen aber weder was es kostet und wer es tut, noch setzen sie systematisch Werkzeuge dafür ein.
 
Der französisch-deutsche Berater PAC hat sich im Auftrag der Qualitätssicherungsfirma SQS ausgiebig mit dem Thema "Software-Testen" auseinandergesetzt und eine Umfrage bei über 1000 Management- und Fachspezialisten aus ganz Europa ausgewertet.
 
Die Resultate der Umfrage zeigen, dass man weit herum den Wert des ausgiebigen Testens von neuen Applikationen erkennt, aber diese Erkenntnisse noch fast nicht in irgendwelche konkrete Massnahmen umgesetzt wurden. So finden total 65 Prozent der befragten Manager, Testen sei eine entscheidende Investition in ein Produkt, erhöhe die Wirtschaftlichkeit der Softwareproduktion oder Testwerkzeuge brächten den Organisationen echten Mehrwert.
 
Doch diese Erkenntnis hat sich noch nicht in einer systematischen Praxis niedergeschlagen. Nur in 38 Prozent der befragten Firmen, wird das Testen in einem separaten Posten im Entwicklungsbudget ausgewiesen. Und 64 Prozent der Befragten wussten nicht, wie gross der Anteil des Testens an den Projektkosten ist. Dass fast zwei Drittel die Kosten des Testens nicht kennt, bedeutet in unseren Augen, dass die Mehrheit sich noch nie wirklich systematisch mit der lästigen Testerei befasst hat.
 
Schlechte Tests und Software-Fehler sind teuer
Man kennt zwar die Kosten des Testens nicht, befürchtet aber (hohe) Kosten durch mangelhaftes Testen. So sagen 44 Prozent der Befragten, der Einfluss von mangelhaften Software-Tests auf die Kosten ihres Unternehmens sei "sehr hoch" und 35 Prozent nannten sie noch "ziemlich hoch".
 
Und offenbar hat man konkrete Erfahrungen mit schlecht getesteter Software. Bei vier Prozent der Befragten treten "immer" Probleme in den ersten Monaten nach der Auslieferung einer neuen Software auf. Bei immerhin schon 10 Prozent ist dies "oft" der Fall und bei 39 Prozent "manchmal". Nur ein Fünftel der Befragten behaupten, die Qualität von neuer Software total im Griff zu haben und sagte, es träten "nie" Probleme auf.
 
Mehr extern, mehr Investitionen in Test-Software
Die meisten der Befragten testen neue Software vollständig in-house. Doch dies könnte sich langsam ändern. Ein Drittel der Manager will das Budget für externe Tester erhöhen und ebenfalls ein Drittel ist zu dieser Frage noch unentschieden. Fast niemand (drei Prozent) will weniger Geld für externe Tests ausgeben.
 
Bei den eingesetzten Testwerkzeugen zeigt sich eine interessante Vielfalt, und die Marktanteile der etablierten "grossen" Lösungen sind relativ klein. Je sechs Prozent setzen auf Compuware und IBM Rational, fünf Prozent auf HP/Mercury, drei auf Borland, zwei auf SQS und ein Prozentchen auf Empirix. Der grosse Rest benützt entweder eine selbstgebastelte Lösung auf Excel-Basis, ein Open-Source-Werkzeug oder ein kleines, an der Umfrage unter "andere" aufgelistetes Tool.
 
Doch dies könnte sich ändern: Nur 18 Prozent der Befragten sagten, sie wollten nicht in Testwerkzeuge investieren. Sieben Prozent wollen "hohe Investitionen" tätigen, 15 Prozent planen "deutliche" und 17 Prozent wenigstens noch "geringe" Investitionen in Testwerkzeuge. (Christoph Hugenschmidt)
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