IBM "experimentiert" mit Software-as-a-Service

Datenbanken, Verbindungssoftware, Analyseprogramme oder Rechnerleistung übers Internet mieten.
 
IBM will vermehrt vom Trend "Software as a Service" - also Mietsoftware über das Internet - profitieren. Wie Kristof Kloeckner, Chefstratege von IBM Software, gegenüber 'Financial Times Deutschland' sagt, experimentiert IBM derzeit mit diesem Geschäftsmodell. "Experimentieren heisst aber nicht, dass wir das nicht ernsthaft betreiben", so Kloeckner. Er sehe für IBM "ungeheures Potenzial", nannte aber keine Umsatzziele.
 
Für viele Softwarehersteller ist das Prinzip SaaS noch Neuland. Das Beispiel des deutschen Businesssoftware-Anbieters SAP zeigt, dass auch die Grossen Schwierigkeiten haben, dieses Modell in die Praxis umzusetzen. SAP musste kürzlich die Absatzziele für "Business ByDesign" zurückschrauben, weil es offenbar Performance-Probleme gab. Zudem kämpft SAP mit hohen Kosten im Rechenzentrum. IBM dürfte in dieser Beziehung die besseren Karten in der Hand haben, ist doch "Big Blue" weltweit einer der grössten Betreiber von Rechenzentren.
 
Alles __aus der "Wolke"__
IBM testet SaaS derzeit in Dublin und in der chinesischen Stadt Wuxi. Dort baute der US-Konzern zu Jahresbeginn ein Rechenzentrum mit Infrastruktursoftware im Auftrag der Regionalregierung auf.
 
"Ziel ist es, dass Firmen, die sich die Programme nicht leisten können, über das Internet Datenbanken, Verbindungssoftware, Analyseprogramme oder Rechnerleistung mieten können", sagt Kloeckner gegenüber 'FTD'. IBM-Techniker warten und betreuen das Rechenzentrum und werden dafür von den chinesischen Behörden bezahlt.
 
Zudem sind noch weitere Projekte in Planung. In Südafrika wird derzeit ein zusätzliches "Cloud Computing Center" aufgebaut. Gemäss Kloeckner sollen in nächster Zeit etwa ein halbes Dutzend solcher Zentren eröffnet werden. Cloud Computing ist quasi eine Weiterführung von SaaS, wobei Anwendungen und Daten bei Bedarf aus der Wolke ("Cloud") gezogen werden. (Maurizio Minetti)