Die besten Aargauer Informatiklehrlinge – Tropfen auf den heissen Stein?

67 Informatiklehrlinge haben im Aargau die Prüfung bestanden, und die Besten wurden geehrt – Aber in 20 Jahren werden gemäss SwissICT-Vizepräsident Bruno P. Baumberger 50'000 Informatiker fehlen.
 
67 junge Aargauer Informatiker haben ihre Berufslehre hinter sich gebracht und die Schlussprüfung absolviert. Am letzten Samstag konnten sie in Baden das eidg. Fähigkeitszeugnis für Informatiker/innen entgegennehmen. Die Besten wurden dabei speziell geehrt: Adrian Schmid aus Künten, Pascal Schwarz aus Küttigen und Christof Weibel aus Rheinfelden erreichten einen Notendurchschnitt von je 5,6.
 
Und auch die beste weibliche Absolventin, Nicole Kalt aus Kleindöttingen, hat bei ihrer technischen Berufsmatur mit einem Schnitt von 5,5 ein Glanzresultat hingelegt. Diese Nachricht enthält aber auch einen grossen Wermutstropfen: Nicole Kalt ist eine von nur gerade zwei weiblichen Absolventinnen dieses Jahres im Aargau.
 
Der allgemeine Notendurchschnitt betrug 4,9. Die Mehrheit der Absolvent/innen der Lehre als Informatiker/innen sind an der Berufsfachschule BBB, dem Kompetenzzentrum für Informatik im Kanton Aargau, oder der Brugger IBZ ausgebildet worden.
 
Hakan Erci, Präsident der Aargauischen Lehrmeistervereinigung Informatik AG-I , erklärte in seiner Rede am Samstag: "Obwohl wir dieses Jahr nur noch 67 statt der 84 letztjährigen Absolventen und Absolventinnen begrüssen können, ist doch der Notendurchschnitt gestiegen. Erfreulicherweise zeigt auch die Zahl der Interessierten an der Berufslehre für Informatik wieder nach oben. Dies ist auch dringend notwendig, da Informatiker immer mehr zur Mangelware werden." Für die frisch Diplomierten sollte die Dürre auf dem Informatikermarkt eine positive Seite haben: Solche Fachpersonen würden zurzeit "regelrecht gejagt", meinte Erci.
 
Den Informatikermangel sprach auch SwissICT-Vizepräsident Bruno P. Baumberger in seiner Gratulationsrede an, wobei er ein düsteres Zukunftsszenario entwarf: Nicht nur heute seien Informatiker/innen Mangelware. In 20 Jahren würden 60 Prozent der jetzigen Informatiker aus dem Berufsleben ausgeschieden sein und somit, wenn sich nichts ändert, in der Schweiz nicht weniger als 50'000 Fachleute fehlen. (Hans Jörg Maron)