Sechs Nationalräte wollen Open Source beim Bund

Sechs Nationalräte und Nationarätinnen aus verschiedenen Parteien haben die "Parlamentarische Gruppe Digitale Nachhaltigkeit" gegründet.
 
Die Open-Source-Szene erhält eine eigene Lobby im Nationalrat: Walter Donzé (EVP Kt. Bern), Edith Graf-Litscher (SP Kt. Thurgau), Kathy Riklin (CVP Kt. Zürich), Alec von Graffenried (Grüne Kt. Bern), Christian Wasserfallen (FDP Kt. Bern) und Thomas Weibel (GLP Kt. Zürich) haben sich zusammengetan und bilden nun die "Parlamentarische Gruppe Digitale Nachhaltigkeit". Das Sekretariat der Gruppe für die Deutschschweiz hat Matthias Stürmer von /ch/open übernommen, für die Romandie ist François Bianco von Swisslinux zuständig.
 
Das Parlamentariergrüppchen fordert den vermehrten Einsatz von Open-Source-Software in der Bundesverwaltung. Sie will in den nächsten Wochen eine Reihe von Vorstössen zum Thema ausarbeiten, die in der kommenden Sommer-Session eingereicht werden sollen.
 
Open Source Software habe "substantielle volkswirtschaftliche Vorteile", schreibt die Gruppe in ihrer Mitteilung. In der EU hätten viele Länder, Regionen und Städte das Potential erkannt. In der Schweiz dagegen, wird kritisiert, gebe es zwar auf dem Papier eine "Open Source Strategie Bund" sowie die "E-Government-Strategie", die den Einsatz von Open-Source-Software schon länger vorgebe. Die Realität in der Bundesverwaltung sei aber eine andere, und politische Vorstösse in dieser Richtung seien vom Bundesrat immer "sehr vorsichtig beantwortet worden".
 
Dies, so glaubt die Gruppe, habe es internationalen Software-Konzernen leicht gemacht, "ihre Lizenzpreise mittels Salami-Taktik in kleinen, aber steten Tranchen einzufordern." (Hans Jörg Maron)