Endlich! SIK lanciert Open-Source-Verzeichnis für Behörden

Unbemerkt von der Öffentlichkeit lanciert die Schweizerische Informatikkonferenz ein unverzichtbares Instrument für die Förderung von Open-Source-Applikationen bei Behörden.
 
Behörden und Ämter aller Art betreiben buchstäblich Tausende von so genannten Fachapplikationen, kleine und grosse Programme für die Abwicklung ihrer Prozesse. Diese Prozesse sind in Gemeinden und Kantonen gleich oder ähnlich, trotzdem werden die Programme immer wieder neu geschrieben oder gekauft. Open-Source, die Veröffentlichung des Quellcodes zur freien Weitergabe und -Entwicklung, könnte hier eine Lösung sein.
 
Doch während die Öffentlichkeit immer wieder mal aufgeregt über die Vergabe von Software-Projekten (an Microsoft) diskutiert, wurde die eigentlich wichtigere Tatsache, dass es bisher kein schweizweites Verzeichnis von Open-Source-Behördenapplikationen gab, ignoriert. Ein solches Verzeichnis aber Voraussetzung dafür, dass Behörden untereinander überhaupt Fachapplikationen austauschen und sie gemeinsam weiterentwickeln können.
 
Die Schweizerische Informatikkonferenz hat - ebenfalls von der Öffentlichkeit unbemerkt - die Initiative ergriffen und SKI Forge auf die Beine gestellt. Noch sind nur wenige, allerdings interessante, Open-Source-Lösungen in dem Verzeichnis erfasst. So hat der Kanton Waadt beispielsweise das Projekt TENER auf SIK Forge veröffentlicht. TENER ist eine Open-Source Webapplikation, die mithilft den Energie- und Wasserkonsum von Gebäuden zu optimieren.
 
Welches Potential der Austausch und die gemeinsame Weiterentwicklung von Open-Source-Behördenlösungen haben, zeigt die Open-Source-Applikation des Kantons Solothurn für Asset- und Liability-Management. Sie deckt "in ihren Wurzeln dieselben Bedürfnisse, wie sie … in jedem Kanton oder jeder Stadt vorhanden sind", heisst es im Kurzbeschrieb.
 
Nun sollten Informatik-Verantwortliche und die politischen Vorgesetzten von Behörden, die Software-Projekte haben, nur noch darüber informiert werden, dass es SIK Forge gibt. (Christoph Hugenschmidt)