Zattoo wehrt sich: Wir sind kein Big Brother

Der EDÖB hat's bestätigt.
 
Der Schweizer Internet-TV-Service Zattoo befindet sich unter den Nominierten für den diesjährigen Big Brother Award und findet das gar nicht gut. Mit dem Big Brother Award werden jährlich die Schweizer Unternehmen und Behörden "geehrt", die sich nach Ansicht der Preisverleiher mit den krassesten Verstössen gegen den Schutz der Privatsphäre hervorgetan haben.
 
Zattoo allerdings gehört nach eigener Meinung keineswegs zu den "Datenschnüfflern" und bringt dafür auch einige gute Argumente. Die Nomination für den Award erfolgte gemäss Zattoo aufgrund eines Nutzers, der sich darüber beklagte, dass für die Nutzung von Zattoo eine Registration notwendig sei und Zattoo danach verfolge, welcher Nutzer sich wann eingewählt hat. Gemäss Zattoo werden diese Daten aber aus rechtlichen Gründen benötigt, um die Rechte der Autoren und Produzenten, deren Werke ausgestrahlt werden, je nach Menge der User abzugelten. Eine Nachverfolgung der Sehgewohnheiten einzelner User, so betont Zattoo, erfolge aber nicht.
 
Zattoo erkundigte sich auch Anfang dieses Jahres beim Amt des eidgenössischen Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragten (EDÖB), ob der eigene Umgang mit diesen Daten den Schweizer Richtlinien entspreche. Dieses betätigte, dass personenbezogene Daten, die theoretisch für eine Auswertung des Benutzerverhaltens gebraucht werden könnten, bei Zattoo nur für technische Diagnosezwecke gespeichert würden und dankte sogar für "die vorbildiche Umsetzung der datenschutzrechtlichen Anforderungen" durch Zattoo. (hjm)