Swisscom mit Big Brother Award "geehrt"

Am vergangenen Samstag wurden in Zürich zum zehnten Mal die schwerwiegendsten Datenschutzverletzungen mit den Big Brother Awards "ausgezeichnet". Für den Zugriff auf Router der Bluewin-Kunden (PDF) wurde Swisscom in der Kategorie Business mit einem der "satirischen Preise, die keiner will" ausgezeichnet. Angeprangert wird, dass persönliche Daten wie zum Beispiel der WLAN-Schlüssel auf einer Webseite des Telekommunikationskonzern konfiguriert werden müsseb und der Konzern damit die (zumindest theoretische) Möglichkeit hätte, auf den Datenverkehr zwischen Computer und WLAN-Router des Kunden zuzugreifen. In der Kategorie Staat gewann der Dienst "Überwachung Post- und Fernmeldeverkehr" (UePF) des Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartment (EJPD) für sein Bestreben, das Internet in Realtime zu überwachen.
 
Für den Aufruf an Nachbarn der Schule (PDF), Schüler zu fotografieren und zu melden, welche rauchen oder Abfall wegwerfen würden, erhielt die Berufsbildungsschule Winterthur den ersten Platz der Kategorie Arbeitsplatz. Der "Lebenswerk-Award" ging an den Adress- und Bonitätsdatenbanken-Anbieter Deltavista, "stellvertretend für viele kommerzielle Datensammler", wie es in einer Mitteilung heisst.
 
Der Publikumspreis für eine Person oder Organisation, die sich im Jahr 2009 besonders gegen Überwachung und Kontrolle einsetze, gewann die Genfer Studentengewerkschaft CUAE, die sich gegen die fremdenpolizeiliche Kontrolle der ausländischen Studenten wehrte. (bt)