Kein Office 2010: Ringier führt Google Apps ein

Microsoft-Software wird sukzessive abgelöst. Hie und da werden Office-Programme aber weiterhin verwendet. Ringier will pro Jahr eine Million Franken sparen.
 
Google und der Schweizer Medienkonzern Ringier haben heute überraschend bekannt gegeben, dass Ringier weltweit bis zum Oktober 2010 für 8000 Mitarbeitende die webbasierte "Google Apps Premier Edition" einführen wird. Die Entscheidung für die globale Implementierung von Google Apps in allen Geschäftsbereichen fiel gemäss der Mitteilung nach einer über einjährigen Pilotphase in China und Vietnam, woran 350 Nutzer beteiligt waren. Finanzielle Details des Deals gaben die Firmen nicht bekannt.
 
1 Million pro Jahr sparen
Eine der bestehenden Lösungen, Microsoft Office, soll längerfristig "dort durch Google-Programme ersetzt werden, wo dies sinnvoll erscheint", berichtet die deutsche 'Computerwoche' und fügt hinzu: "Und das ist gewiss nicht der Schreibtisch von Finanzchef und Leiter Corporate Center Samuel Hügli, der auch weiter sein Excel benötigen wird."
 
In einem Statement gegenüber inside-it.ch sagt Hügli, Ringier werde mit Google rund eine Million Franken pro Jahr einsparen. "Wir werden Mail, Kalender, Aufgabenverwaltung sowie die Mobile-Synchronisation ablösen. Schrittweise werden wir auch die Google-Docs-Lösung einsetzen sowie weitere Google-Module wie Sites, Video und auch Video-Conferencing", so Hügli. In der Schweiz soll die Implementierung im Spätsommer erfolgen.
 
Laut der Mitteilung von Google ersetzt Ringier insgesamt acht unterschiedliche Mail- und Kalendersysteme und Dutzende von Mail-Domains, die innerhalb des Medienhauses zurzeit genutzt werden. Die rund 8000 Ringier-Mitarbeitenden in der Schweiz, Deutschland, Kroatien, Rumänien, Serbien, der Slowakei, Tschechien, Ungarn, China und Vietnam bräuchten "keine E-Mails mehr zu löschen", da Google Mail 25GB Speicherplatz pro Mitarbeiter biete, heisst es in der Mitteilung. Alle Ringier-Angestellten werden via Webbrowser auf ihre Mailbox, Daten und Anwendungen sowie Kalender zugreifen können.
 
"Monetäre Vorteile"
Ringier-Finanzchef Hügli spricht in der Mitteilung von "monetären Vorteilen", "Verbesserungen im IT-Bereich" und einer "neuen Sicht der Zusammenarbeit". Der Umstieg auf Google fördere das Bewusstsein für den "Wandel hin zur Digitalisierung", in dem sich die Medienbranche heute befinde. Ausschlaggebend für den Entscheid waren also Kosten, Vereinfachung und Kollaboration.
 
Gemäss deutschen Presseberichten setzte sich Google bei Ringiers Evaluierung gegen Microsoft Office 2010 durch. Laut 'Handelsblatt' hat es mit Microsoft Schweiz "lange und intensive Gespräche" vor der Umstellung gegeben und auch ein Pilotprojekt mit den angekündigten Collaboration-Tools rund um Office 2010. Die Ergebnisse seien jedoch "nicht so verlaufen, wie man es sich gewünscht hätte". Die erwarteten Einsparungen im Vergleich zur bisherigen Exchange-Outlook-basierten Collaboration-Lösung lägen bei rund 50 Prozent, so Hügli, rund eine Million Schweizer Franken. Google habe dem Unternehmen vertraglich zugesichert, dass alle Unternehmensdaten in Rechenzentren in einem bestimmten von Ringier gewünschten Land oder Rechtsraum gehostet werden und nicht in den USA, sagte er gegenüber dem deutschen 'Handelsblatt'. (hc/mim)