OECD bemängelt langsame IPv6-Einführung

Gemäss einer Studie der OECD wird die Einführung des Internet-Protokolls in der Version 6 (IPv6) zu langsam vorangetrieben. Der Vorsitzende der 'Number Resource Organization' (NRO), Axel Pawlik, sieht zwar in den Online-Messungen zur Studie einen deutlichen Anstieg der IPv6-Nutzung in den vergangenen Jahren. "Angesichts der schwindenden IPv4-Adressen ist diese Entwicklung aber zu langsam", so Pawlik.
Wie aus der Studie "Internet Adressing: Measuring Deployment of IPv6" hervorgeht, können bisher nur 5,5 Prozent der sogenannten Autonomen Netze (AS), gemäss Wikipedia eine Ansammlung von IP-Netzen, welche als Einheit verwaltet werden und über ein gemeinsames internes Routing-Protokoll verbunden sind, IPv6-Daten transportieren. Und das obwohl bereits mehr als 90 Prozent der von Endusern genutzten Betriebssysteme IPv6 beherrschen würden. Die höchste Dichte an IPv6-tauglichen Netzwerken findet sich gemäss der Studie in Deutschland, gefolgt von den Niederlanden, Grossbritannien und den USA zu finden. Die tatsächliche Nutzung von IPv6 auf Endgeräten liegt jedoch massiv tiefer, was in der Studie vor allem auf die geringe Unterstützung durch Inhalteanbieter zurückgeführt wird. So würden nämlich lediglich 1,45 Prozent der 1000 am häufigsten aufgerufenen Webseiten einen nativ via IPv6 erreichbaren Service anbieten.
 
Als spannendes Detail ist in der Studie nachzulesen, dass die Zürcher Init7 als einziger Schweizer Provider in einer Tabelle der Top-10-Netzwerke mit den meisten benachbarten ("adjacent") IPv6-Netzwerken an siebter Stelle genannt wird.
 
Aufgrund der Studienresultate fordert NRO-Chef Pawlik insbesondere die nationalen Regierungen und Verwaltungen zur Übernahme einer führenden Rolle bei der Einführung von IPv6 auf. Dies würde automatisch auf den privaten Sektor ausstrahlen, so Pawlik abschliessend. (bt)