Technologie-Partner
Gold-Sponsor:
Mittwoch, 30.06.2010
Cisco baut konsequent am Netzwerk von morgen

NewsImage
Während die Cloud-Diskussion noch von Fragen zu den Public- und Private-Architekturen bestimmt wird, will Cisco bereits das "grenzenlose Netzwerk" bauen.
 
Eric Waltert (Foto), Chef von Cisco Schweiz, schaut auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr und das beste Quartalsergebnis in der Geschichte der hiesigen Dependance zurück. Und die Zukunft sieht ebenfalls rosig aus, jedenfalls seien die Auftragsbücher für das laufende Jahr voll. Sorgen bereitet Waltert allerdings die starke Überschuldung der öffentlichen Hand gerade auch in Europa. Dennoch, "der Standort Schweiz gehört weltweit zu den innovationstärksten", betonte Waltert an der gestrigen Informationsveranstaltung. Cisco werde konsequent am eingeschlagenen Weg festhalten und mit weiteren Innovationen für das Netzwerk von morgen auf den Markt kommen.
 
Forschungszentrum ausgebaut
Das Stichwort dazu heisst: Borderless Network. Konkret werden die Architekturen für den netzwerk-basierten Arbeitsplatz, den privaten Alltag und das Computing in den Rechenzentren noch enger als bisher zusammenwachsen. Ziel sei es, wie Marco Fahrni, technischer Berater bei Cisco Schweiz, erklärte, dass "anyone, anything, anywhere und anytime über ein grenzenloses Netzwerk kommunizieren und arbeiten können".
 
Cisco selbst will diesen Anspruch auch dadurch einlösen, in dem organisatorische Änderungen vorgenommen werden. Künftig wird der Standort auf dem Campus der EPFL in Lausanne ausgebaut, um dort die Forschungsabteilung zu konzentrieren, die bisher noch am Cisco Innovation Center in Rolle untergebracht war. Die Nähe zur EPFL verspreche vielfältiges Zusammenarbeiten und soll weitere Innovationen zur Folge haben. Zudem platze das Gebäude in Rolle aus allen Nähten, wie Waltert sagte. Mit dem Ausbau in Lausanne geht einher, dass der Standort Genf aufgegeben wird. Künftig wird Cisco also nur noch in Zürich, Lausanne und Rolle domiziliert sein.
 
"Always-On-Security" und "Inter-Clouds"
Im Mittelpunkt der gestrigen Veranstaltung standen aber die jüngsten Lösungen. Zum einen führte Fahrni die neuen Sicherheitsansätze innerhalb der "Borderless Network Architecture" vor. Der bisherige VPN-Ansatz, mit dem die einzelnen Unternehmen ihre Kommunikation schützen, werde einer Architektur weichen, die "Always-On-Security" verspricht, glaubt man bei Cisco. An die Stelle einer durch die Unternehmens-Policy definierte Security trete eine Sicherheitsarchitektur, die sich über das gesamte Netzwerk erstreckt und selbstverständlich auch die mobile Infrastruktur umfasst. Auf dieser Basis werde dann auch die gesamte Steuerung eines Rechenzentrums von der Virtualisierung bis hin zur Zugangskontrolle IP-basiert abgewickelt.
 
Bei diesem weit ausgreifenden Ansatz ist es nur folgerichtig, dass Cisco einen neuen Cloud-Ansatz favorisiert. Einzelne Rechenzentren, private und public Clouds sollen über das Netzwerk zu so genannten "Inter-Clouds" zusammengeschlossen werden. Damit werde sich auch der Betrieb der Rechenzentren ändern. Cisco spricht hier vom Data Center 3.0 mit Unified Services, über die eine offene, integrierte Infrastruktur fürs Cloud-Computing entstehen soll. Wichtiger Bestandteil dieser Architektur sind die gemeinsam mit EMC und VMware entwickelten vBlocks, für deren Einsatz beispielsweise im letzten Mai eine strategische Partnerschaft mit SAP vereinbart worden ist. Integriert sind hierin auch die Monitoring-Tools des im letzten Jahr zugekauften Automatisierungsspezialisten Tidal Software.
 
Social Collaboration und Internet-Café für Unternehmen
Neben diesen Innovationen wies Cisco im weiteren Verlauf noch auf die Novitäten im Bereich Collaboration hin. Zum einen ist da die zunächst hauseigene Plattform "Quad" für Social Collaboration, die nun bereit ist für den Unternehmenseinsatz. Sie war ein Jahr lang intern getestet worden und soll noch in diesem Jahr an die ersten Kunden gehen. Das Social-Media-Werkzeug soll fest in Unternehmens-Umgebungen eingebaut werden und die Kommunikations-Formen des Web 2.0 bürotauglich machen.
 
Im Weiteren wurde dann das Internet-Café für Unternehmen vorgeführt. In Ciscos Zürcher Cafetaria steht es bereits im Einsatz und erlaubt den Mitarbeitenden nun auch in den Pausen weltweit per Video zu kommunizieren. Die Innovationen der schönen neuen Welt des grenzenlosen Netzwerks wurden schliesslich noch mit neuen Ansätzen im Healthcare-Bereich illustriert. Marc Hauert, der für diesen Bereich Verantwortliche bei Cisco Schweiz, zeigte an diversen Beispielen, wie sich im Gesundheitswesen Collaborations-Tools gemeinsam mit Video-Conferencing-Lösungen nutzen lasen. Das Stichwort hier war "Healthpresence as a Service", über das sich in Zukunft bis zu 70 Prozent der medizinischen Beratung abwickeln lassen sollen. Bei Unternehmen wie ABB stehen solche Lösungen bereits im Einsatz. (Volker Richert)
Kommentar schreiben

Kommentare:
Christoph Jaggi 30.06.2010 14:19 Cisco hat noch grössere Portfolio-Lücken im Layer 2-Bereich und hat dort im Sicherheitsbereich einen Weg eingeschlagen, der offensichtlich suboptimal ist. So basiert zum Beispiel TrustSec für Layer 2 (Ethernet) auf MacSec/LinkSec. Die Implementierung hat übermässig Overhead und ist auf Hop-to-Hop limitiert. Anders ausgedrückt: Cisco hat keine Sicherheitslösung für Ethernet Multi-Hop-Netzwerke. Die von Cisco propagierten Alternativlösungen erhöhen entweder die Netzwerklatenz oder die Betriebskosten des Netzwerks substantiell.
 
Newsletter abonnieren
E-Mail-Adresse
HOT Stories
Neu auf altText
Kolumnen
Features