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Donnerstag, 05.08.2010
Trägt Google die Netzneutralität zu Grabe?

Gemäss einem Bericht will Google Provider für die Bevorzugung seines Datenverkehrs bezahlen. Google dementiert.
 
Der Internetkonzern Google stehe kur vor dem Abschluss eines Abkommens mit Verizon, einem der grössten US-amerikanischen Internet-Provider, wonach Daten von Google-Diensten gegen Bezahlung bevorzugt über das Datennetz geleitet werden. Dies berichtet die 'New York Times' unter Berufung auf mit den Verhandlungen vertrauten Personen. Gemäss diesen Quellen könnten die Verhandlungen bereits nächste Woche abgeschlossen sein. Kommt die Vereinbarung zustande, so wäre Google das erste Unternehmen, das für die Priorisierung des Datenverkehrs seiner Dienste Geld bezahlt.
 
Google selbst dementiert allerdings, Verhandlungen mit Verizon über eine Priorisierung seiner Datenströme zu führen. "Die New York Times liegt ziemlich falsch. Wir haben mit Verizon keine Gespräche über eine Bezahlung für Google-Traffic geführt. Wie früher bleiben wir einem offenen Internet verpflichtet", lässt sich der Internetkonzern zitieren.
 
Bereits Ende 2008 gab es Berichte, wonach Google mit Internet-Providern über eine Bevorzugung der eigenen Dienste verhandelte. Zwei Jahre zuvor stand Google zusammen mit Microsoft und Yahoo für die Festschreibung der Netzneutralität in einem Gesetz ein.
 
Sowohl in Europa wie auch in den USA flammt das Thema Netzneutralität immer wieder auf. Einige Internet-Provider wollen vom Prinzip, alle Daten auf ihren Netzen gleich zu behandeln, abrücken, und beispielsweise von Anbietern datenintensiver Anwendungen Geld verlangen. Begründet wird dies vor allem damit, dass die Provider immer leistungsfähigere Leitungen bereitstellen müssten, ohne dafür aber einen entsprechenden Gegenwert zu erhalten.
Die amerikanische Regulierungsbehörde für Kommunikation FCC, welche für die Beibehaltung der Netzneutralität einsteht, musste im April dieses Jahres eine Niederlage vor Gericht hinnehmen. Ein Berufungsgericht in Washington hatte eine Verfügung der FCC für ungültig erklärt, mit welcher dem US-Kabelnetzbetreiber Comcast verboten wurde, die Bandbreite von einzelnen Internetkunden zu reduzieren. (bt)
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