Das Timing war perfekt und dürfte zumindest bei VMware ziemlich sauer aufgestossen sein. Ausgerechnet Microsoft hat pünktlich zur Eröffnung der diesjährigen
VMware-Anwenderkonferenz in San Francisco einen offenen
Brief in "USA Today" publiziert. Pikanterweise ist Microsoft an der VMware-Kundenveranstaltung selbst aktiv vor Ort vertreten. In dem Brief warnt der Software-Riese in direkter Ansprache der Kunden von VMware ("Dear VMware customers"), künftig keine Verträge mit Laufzeiten von drei Jahren oder länger abzuschliessen: "VMware fordert viele von Ihnen auf, drei Jahre laufende Lizenzverträge für Virtualisierungsprojekte zu unterschreiben", beginnt der Brief, den Brad Anderson, der Virtualisierungs-Chef von Microsoft, unterschrieben hat.
Wer auf eine längere Bindung mit VMware setze, so Anderson weiter, binde sich bei VMware an einen Lieferanten, dem ein Komplettangebot für Techniken, Flexibilität und Skalierbarkeit nicht zur Verfügung stehe.
Dies sei aber unabdingbar, wenn man eine Cloud-Computing-Umgebung aufbauen wolle. Und so fordert Anderson denn die "liebe" VMware-Kundschaft auf, doch mal bei Microsoft anzufragen: "Wenn Sie eine neue Lizenzvereinbarung mit VMware in Betracht ziehen, reden Sie erst mit uns." Nach dem sich
Microsoft und Citrix für Virtualisierungslösungen zusammengetan hatten, war erwartet worden, dass künftig mit harten Bandagen gekämpft werde. Microsoft zeigt mit dem Brief schon mal, wie weit man gegenüber den "Mitbewerber" zu gehen bereit ist. (vri)
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