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Mittwoch, 01.09.2010
Das energieeffizienteste Rechenzentrum Europas?

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Das gerade in Strassburg eröffnete "datadock" soll eine Energieeffizienz von über 80 Prozent erreichen. Der Kniff in Strassburg: Brunnenkühlung.
 
Der deutsche Rechenzentrumsbetreiber PlusServer hat gerade in Strassburg ein neues Rechenzentrum mit 4200 Quadratmetern Nutzfläche eröffnet. Das besondere am Strassburger "datadock": Es kann gemäss den Betreibern bei voller Auslastung einen Energieffizienzwert von 1,21 erreichen und ist damit das gegenwärtig in Europa in dieser Beziehung wohl effizienteste RZ in Europa.
 
Der PUE-Wert (Power Usage Efficiency) von 1,21 bedeutet, dass pro Energieeinheit, die von der IT-Infrastruktur (Server, Storage, Netzwerkequipment) verbraucht wird, noch zusätzliche 0,21 Einheiten für das ganze drumherum – Gebäudebetrieb und vor allem Kühlung – benötigt werden. Von den 8 Megawatt Maximalleistung des Rechenzentrums sollen also rund 6,6 Megawatt für die IT verwendet werden können.
 
Zum Vergleich: Das gerade eröffnete neue Interxion-Rechenzentrum in Glattbrugg hat einen Effizienzwert von 1,41, das vor anderthalb Jahren von der Swisscom in Zollikofen eröffnete RZ liegt bei etwa 1,43. Deutsche Rechenzentren haben gegenwärtig gemäss ServerPlus im Schnitt einen PUE-Wert von 1,62.
 
Auch Grundwasser kann "gratis" kühlen
Planung und Bau des Strassburger datadock dauerte rund drei Jahre, insgesamt wurden gemäss PlusServer etwas über 17 Millionen Euro investiert. Viele neue Rechenzentren verwenden gegenwärtig ganz oder zeitweise ungekühlte Aussenluft ("Free Cooling"), um den Energiebedarf für die Kühlung zu senken.
 
Das Kühlkonzept des datadock basiert im Gegensatz dazu auf "Brunnenkühlung". Für das Rechenzentrum wurden eigene Brunnen bis in das am Standort anscheinend reichlich vorhandene Grundwasser gebohrt. Dieses hat eine fast konstante Temperatur von 12 Grad, und muss darum nicht weiter – unter grossem Energieverbrauch - heruntergekühlt werden, um für das Kühlsystem verwendet werden zu können. Das Grundwasser wird für die Kühlung des inneren, abgeschlossenen Wasserkreislaufs verwendet, kommt mit diesem aber nicht direkt in Kontakt. Nach der Verwendung wird es in den Rhein geleitet.
 
Darüber hinaus wurden natürlich auch noch weitere, moderne Kühlkonzepte verwendet, beispielsweise die heute auch bei anderen modernen RZs verwendete Aufteilung der Serverräume in "kalte" und "warme" Gänge. Dabei wird die Kühlluft nicht einfach in den ganzen Raum geleitet – wo sie sich mit der bereits erwärmten Luft vermischt – sondern gelangt nur in die sogenannten "kalten" Gänge. Von dort wird sie über die Frontseiten der Server durch deren interne Lüftung angesaugt. An den Serverrückseiten tritt die nun erwärmte Luft in "warme" Gänge aus und wird dort wieder abgesaugt. Da kühle Luft schlicht besser kühlt als warme Luft, müssen die Ventilatoren der Server nicht so schnell laufen, was wiederum den Energieverbrauch reduziert. (Hans Jörg Maron)
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Kommentare:
Schmitz Tom 01.09.2010 18:01 Hallo,
 
vielen Dank für den interessanten Beitrag über das Rechenzentrum. Der Name des Anbieters lautet aber PlusServer und nicht ServerPlus ;-)
 
Viele Grüße
 
Tom
 
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