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Freitag, 03.09.2010
Berner Amtschef: Evento-Probleme sind keine Evento-Probleme

"Mir ist kein System bekannt, das besser geeignet wäre." Pilotversuch mit lokalem Server.
 
Informatikprobleme waren heute Morgen Thema im Gespräch zwischen der Leitung der Gewerblich-Industriellen Berufsschule Bern (Gibb) und Vertretern des kantonalen Mittelschul- und Berufsbildungsamtes (MBA). Die Schulverwaltungs-Software Evento des Zürcher Herstellers Crealogix sorgt in Bern für rote Köpfe. Die Kritik aus den Schulhäusern fasst die 'Berner Zeitung' folgendermassen zusammen: Das System bleibt hängen, speichert Daten nicht, vergisst Passwörter – und dies vor allem, wenn es am Semesterende bei der Noteneingabe besonders wichtig wird. Die Gibb hatte mit dem Ausstieg aus Evento gedroht.
 
Das Projekt ist im MBA Chefsache. Amtsleiter Theo Ninck zerstreut gegenüber inside-it.ch die grundsätzlichen Zweifel an der Tauglichkeit der Software, die er noch vor einem Jahr selbst geäussert hatte. Die Kritik in der 'Berner Zeitung' sei schlicht falsch: "Mir ist kein System bekannt, das besser geeignet wäre." Es gebe durchaus Probleme, die Performance des Systems lasse zu wünschen übrig. Dies führt Ninck vielmehr auf die Sicherheitsvorkehrungen und "komplexe Netzwerkinfrastruktur" in Bern zurück. Evento läuft auf einem zentralen Server des kantonalen IT-Dienstleisters Bedag, die User greifen über einen Citrix-Client aus Schulen und Verwaltung zu. Zudem habe man den Aufwand unterschätzt, den die Zuschaltung neuer Schulen mit sich bringe.
 
Mit der Gibb habe man sich auf zweierlei geeinigt, erklärt Ninck. Zum einen wird das gesamte System auf seine Schwachstellen getestet. Zum anderen führt das MBA an der Gibb einen Pilotversuch mit einem lokalen Server durch. Davon erhofft man sich, dass das System an der mit 7000 Schülern grössten Berner Schule stabiler läuft. (Amir Ali)
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Kommentare:
Opfiker Herbert 03.09.2010 17:23 An der FHNW wurde mal ein Lasttest mit Evento durchgeführt: Ab ca. 15 gleichzeitigen Benutzern war das System nicht mehr erreichbar.
Die Software mag gute Funktionalitäten haben, aber das nutzt nichts, wenn sie nicht mit mehr als einer Handvoll Benutzern funktioniert.
Baader Thomas 03.09.2010 23:04 Crealogix hat sich mit Evento ein Problem ins Haus geholt. Die Software hat kaum Verbreitung, ist veraltet, unflexibel und nicht für den Mehrbenutzerbetrieb ausgelegt. Deshalb konnte sich die Software weder in der Schweiz noch in Deutschland etablieren. Vor Jahren prophezeite der Hersteller Balzano, dass Evento ein Standard werde. Heute findet die Software kaum Abnehmer und wird nichtmal von 40 Schulen eingesetzt. Eine Frage der Zeit …
Löw Thomas 06.09.2010 18:48 Wir setzen in unserer Schule die mächtige Software Evento ein und sind vollends zufrieden. Ich glaube, dass hier nicht die Software schuld ist, sondern eher die Projektleitung des Kunden an sich versagt hat. Mitten drin das ganze Projektteam auf den Kopf zu stellen, zeugt nicht grade von guter Projektarbeit. Auch sehe ich keinen Grund für den Einwand, dass Evento schwer konfigurierbar sei. Mit ein bisschen Know-How lässt sich praktisch alles machen. Dies setzt natürlich Fleiss und Interesse voraus, was heutzutage von den Mitarbeitern leider nicht immer entgegen gebracht wird. Die Schuld auf die Software zu schieben, ist jedoch unter jeder Würde und dagegen so schlechte Presse zu machen auch. Das genannte Projekt an den Berner Schulen ist bei weitem nicht das erste Millionen-Projekt der öffentlichen Hand, das mehr gekostet hat als erwartet - da gibts ganz andere negative Beispiele von denen niemand spricht. Grosse Projekte kosten halt eben viel Geld und Zeit - der Aufwand ist am Anfang schwierig abzuschätzen, speziell dann, wenn man am Anfang noch gar nicht genau weiss, was man eigentlich alles braucht.
Manuel Schaffner 06.09.2010 21:53 Für einen Benutzer sind die Oberfläche und deren Verhalten das System. Die Benutzer nehmen (zumindest) am Standort GIBB die in der BZ genannten Probleme wahr - die Software funktioniert nicht mit der Zuverlässigkeit und Performance, wie es sich für eine zeitgemässe, webbasierte Anwendung dieser Preisklasse gehört.
 
Ob diese nun von der in die Jahre gekommenen (oder gereiften?) Software, deren Architektur bei dezentraler Webbenutzung, dem Netzwerk zwischen oder einer Schule, der Konfiguration, dem Abdeckungsgrad der aktuellen (!) fachlichen Anforderungen oder sonstigen Ursachen (organisatorisch, kommunikatorisch,..) herrühren, sollen fähige Spezialisten analysieren und Lösungsvorschläge dazu ungeschönigt präsentieren dürfen. Nur so können dann die richtigen Entscheide getroffen und die Probleme konstruktiv gelöst werden. Als Steuerzahler kann ich aber ein Projekt, das über sechs Jahre dauert (!), irgendwo (?) soviel Geld verschlingt und nicht massenhaft gutes Feedback gibt, nicht tolerieren!
 
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