In einem Interview mit dem
'Migros-Magazin' nimmt Armeechef André Blattmann zu den zahlreichen Problemen der Armee Stellung. Dabei kommt auch das Thema Cyberwar zur Sprache. Den Krieg im Internet müsse man "sehr ernst" nehmen, sagt Blattmann: "Ich halte es für die aktuell gefährlichste Bedrohung. Wenn es jemandem gelingt, unsere Kommunikations- und Stromnetze lahmzulegen, dann müssen wir über einen Einsatz unserer Systeme gar nicht mehr diskutieren."
Als Beispiel dafür, dass diese Bedrohung real ist, erwähnt Blattmann die Attacke auf das Aussendepartement
im Herbst vergangenen Jahres, als Unbekannte in die internen Kommunikationsnetze eingedrungen waren und "dort etwas eingepflanzt und Daten abgesogen haben", wie Blattmann sagt.
Für eine Armee sei dies sehr gefährlich. "Stellen Sie sich vor, was passieren könnte, wenn die Codes zur Auslösung unserer Waffensysteme in falsche Hände geraten. Da würden wir an unserem Lebensnerv getroffen", warnt Blattmann, der zudem der Ansicht
ist, dass die "im Berufsleben sehr gut ausgebildeten" Milizsoldaten für den Cyberwar besser geeignet sind als Berufssoldaten: "Gerade das ist heute der grosse Vorteil unseres Milizsystems. Die Qualität unserer Soldaten erreichen Sie in keinem anderen Land." (mim)
Kommentare:
Man muss mit den Systemen sorgsam umgehen. Das würde aber auch heissen, dass man mit den Mitarbeitern sorgsam umgeht. Das BIT hat sich einige interne Feinde geschaffen mit dem Umgang mit den Mitarbeitern. Das VBS, Herr Blattmann, ist auf dem besten Weg dort hin. Auch diese "Systeme" müssen gepflegt werden.