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Montag, 06.09.2010
Übernahmen, IT-Integration und der Teufel im Detail

Datenverschwendung und -Inkonsistenz, Optimisten und Pessimisten, unterschiedliche Prozesse und vieles mehr.
 
Wenn zwei Unternehmen nach einer Übernahme zusammengeführt werden, stehen die IT-Abteilungen meist vor Problemen. Die IT-Systeme müssen auf eine Linie gebracht, Datenbanken miteinander integriert werden und vieles mehr. Manche Probleme können erwartet werden, doch oft treffen die Schwierigkeiten IT-Abteilungen auch unvorbereitet. Und der Teufel steckt im Detail.
 
Zwei deutsche Software- und Beratungsunternehmen, der Prozessmanagementspezialist Inspire Technologies und das auf Beteiligungsmanagent spezialisierte Unternehmen Participa Solutions, glauben aufgrund ihrer Erfahrungen, dass die folgenden fünf Punkte am häufigsten zu IT-Problemen bei Übernahmen und Fusionen führen. Die beiden Unternehmen machen das natürlich nicht ganz selbstlos, denn sie würden sich gerne als Experten für Übernahmesitutionen profilieren. Wir finden die Ausführungen aber trotzdem interessant. Es folgt ein Originaltext der beiden Berater:
 
Datenverschwendung: Während des Kaufprozesses werden von verschiedenen Abteilungen in beiden Unternehmen Unmengen an Daten verschiedenster Art erhoben und oft in virtuellen oder physischen "Datenräumen" zusammengetragen. Ist der Prozess erst einmal abgeschlossen, werden diese mit hohem Zeit- und Kostenaufwand gesammelten Daten nicht weiterverwendet – weil es meist keine Datenbank gibt, die sie sammelt und sinnvoll zusammenführt.
 
Dateninkonsistenz: Natürlich gibt es Dateninkonsistenz auf technischer Ebene, und diese kann bei der Zusammenführung von zwei Unternehmen ein beträchtliches Problem sein. Mindestens ebenso ernsthaft wirkt sich allerdings oft der kulturelle Unterschied in Bezug auf Erhebung und Interpretation der Daten. Je nach Markt oder Produkt gibt es zwischen zwei Unternehmen oft starke Unterschiede bezüglich der Planung – optimistisch, pessimistisch, oder irgend etwas dazwischen – und der Interpretation der Realität. Spätestens wenn zwei Unternehmen zusammengeführt werden, zeigt sich dann ein erheblicher Unterschied in der Aussagekraft der Informationen.
 
Unternehmensübergreifende Arbeitsabläufe: Die meisten Prozesse werden vor einer Übernahme in beiden Unternehmen auf unterschiedliche Weise gehandhabt. Die Notwendigkeit, auch einfache Vorgänge über die ehemaligen Unternehmensgrenzen hinaus zu strukturieren, führt nach einer Übernahme oft zu Problemen. Für die IT ist es oft eine Herausforderung, neue Kollegen und Unternehmensteile effizient einzubinden, da nicht selten unterschiedliche Software eingesetzt wird.
 
Reporting: Auch für das Reporting gibt es in jedem Unternehmen gewachsene Strukturen, die sich nicht einfach übertragen lassen. Das bedeutet für die IT: bestehende Prozesse müssen angepasst, die Strukturen teilweise vollkommen überarbeitet werden. Eine konzernzentrale Datenbank, in der sämtliche Reporting-Daten gesammelt werden, kann hier Abhilfe schaffen.
 
IT-Strategie: In der Praxis ist es nicht einfach möglich, einem übernommenen Unternehmen die IT-Strategie Top-Down zu diktieren. Vielmehr ist die Abwicklung einer solchen Transaktion für die IT bereits so komplex, dass naheliegenderweise Kompromisse geschlossen werden müssen. Die Schaffung einer gemeinsamen IT-Identity gehört daher zu den Kernaufgaben, um die verschiedenen Parteien an einen Tisch zu bringen und miteinander zu verbinden. (hjm/Participa/Inspire)
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