Yahoos IPv6-Umstellung könnte 1 Million Nutzer ausschliessen

Der US-amerikanische Suchmaschinenanbieter Yahoo stellt seine Webserver Anfangs 2012 auf das Internet-Protokoll v6 (IPv6) um. Dabei nimmt das Unternehmen bewusst in Kauf, rund eine Million Internet-Nutzer vom Angebot auszuschliessen, berichtet die amerikanische 'Network World'.
 
Die Internet-Standardisierungsorganisation "Internet Society" schätzt, dass rund 0,5 Prozent der Internetnutzer von "IPv6 brokenness" betroffen sind. Dieser Fehler zeige sich bei Nutzern dadurch, dass Webseiten, die simultan mit IPv4 und IPv6 betrieben werden, nicht oder nur schlecht erreichbar sein können. "Ein Teil der Nutzer haben IPv6 zwar auf ihrem System installiert, es jedoch so konfiguriert, dass dem System vorgegaukelt wird, es verfüge über eine IPv6-Verbindung, obwohl das nicht der Fall ist", erklärt Jason Fesler, IPv6-Architekt von Yahoo gegenüber dem Magazin.
 
Dies sei einer der Gründe, weshalb Yahoo am World-IPv6-Day vom 8. Juni teilnehme, an dem grosse Inhalteanbieter wie Yahoo oder Facebook ihre IPv6-Implementierungen für 24 Stunden aktivieren, um festzustellen, welche Probleme im realen IPv6-Betrieb auftreten.
 
Yahoo arbeitet bereits seit 2008 am IPv6-Rollout und das Programm namens "IP-Survivability" war letztes Jahr das zweitgrösste IT-Infrastrukturprojekt des Unternehmens. Nur der Unterhalt und die stetige Erneuerung der IT-Infrastruktur würden noch mehr Ressourcen benötigen, so Fesler weiter. Insgesamt seien zwischen 100 und 150 Personen in Yahoos "IP-Survivability" involviert. (bt)