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Freitag, 28.01.2011
Aufbruchstimmung in eZürich

Das Logo von eZürich
Stadt Zürich packt drei Projekte zur Förderung des ICT-Werkplatzes konkret an. Bündnis aus Forschung, Wirtschaft und Behörden greift das brennende Thema Arbeitsbewilligungen auf.
 
Der von der Stadt Zürich organisierte dreitägige Workshop, an dem letztes Wochenende VertreterInnen der Politik, der IT-Industrie und der Wissenschaft Ziele und Projekte zum ICT-Werkplatzes Zürich erarbeiteten, hat offenbar Aufbruchsstimmung ausgelöst. Zum ersten Mal sei es gelungen, führende Vertreter der ICT-Industrie (tatsächlich war die Präsenz der IT-Anbieter am Workshop ausgesprochen stark), der Politik, der Forschung und der Verbände zusammenzubringen, so OIZ-Chef Daniel Heinzmann an einer Medienveranstaltung heute Morgen im Zürcher Stadthaus. Ins gleiche Horn stiess Cisco-Schweiz-Chef Eric Waltert, der die IT-Industrie an der heutigen Veranstaltung repräsentierte. Das Engagement seitens der Stadt, von der gleich vier StädträtInnen durchgehend an der zweieinhalbtätigen Veranstaltung teilgenommen haben, sei eine neue und eindrückliche Erfahrung, so Waltert am Rande der Pressekonferenz. Stadtrat Martin Vollenwyder gab die Komplimente zurück und sagte, der Workshop sei eine der spannendsten Veranstaltungen gewesen, die er in seiner politischen Karriere je erlebt habe.
 
Der erfolgreiche Firmengründer (usgang.ch, amiando) Marc P. Bernegger brachte die Stimmung auf den Punkt: "Es soll für 2020 nicht das Ziel sein, eine Firma wie Google nach Zürich zu holen, sondern wir wollen, dass die nächste Google aus Zürich kommt."
 
"CompiSternli", "Fix my Zürich", "ePartizipation"
Am Workshop wurden konkret drei der über 600 Projektideen, die während des Ideenwettbewerbs zu eZürich vorgeschlagen worden sind, zur möglichst raschen Umsetzung ausgewählt.
 
Im Projekt "CompiSternli" sollen SchülerInnen zwischen 10 und 14 Jahren im Umgang mit älteren Menschen und der Vermittlung von technischem Wissen ausgebildet werden. Sie können dann den Senioren bei der Bedienung der neuen Mediengeräte helfen und so den "digitalen Graben" zuschütten.
 
Mit dem Projekt "Fix my Zürich" soll eine Online-Plattform aufgebaut werden, auf der die Bevölkerung Mängel und Schäden an der städtischen Infrastruktur melden und Verbesserungsvorschläge machen kann. Auf der Plattform werden die Meldungen aufgelistet und sie werden an die zuständigen Behörden weitergeleitet.
 
Das dritte Projekt, "ePartizipation" ist das komplexeste und noch unklarste. Und zwar will die Stadt Zürich den Ideenwettbewerb rund um eZürich zu einem kontinuierlichen Prozess ausbauen. "Der Ideenwettbewerb eZürich soll keine einmalige Sache bleiben, sondern verbindlich in den Prozessen von Politik und Verwaltung der Stadt Zürich verankert werden", heisst es in der Präsentation von heute Morgen.
 
Nun werden die Ideengeber der drei prioritären Projekte kontaktiert und die Ideen werden zu konkreten Projekten konkretisiert. Im vierten Quartal 2011 soll dann ein Gesamtkonzept für eZürich vorliegen.
 
Zwölf Themen
Doch die drei Projekte sind erst der Anfang. Am Workshop wurden weitere 12 Themenkreise aus den über 600 Vorschlagen destilliert, an denen nun Arbeitsgruppen weiter arbeiten, immer mit dem Ziel, den IT-Werkplatz Zürich zu fördern und die Stadt zu einem weltweit attraktiven Standort für ICT zu machen.
 
Die zwölf Themen sind nicht alle brandneu, neu soll hingegen das Vorgehen sein, in gemischten Gruppen zusammen zu arbeiten. Rasch konkret dürfte wohl Thema Nr. 3, Standortförderung, angegangen werden. Unter der Ägide der Stadt soll vor allem die Frage der Kontingentierung der Arbeitsbewilligungen für SpezialistInnen aus Nicht-EU-Ländern angegangen werden. Dass FDP- Nationalrat Ruedi Noser bei eZürich mitmacht, dürfte für die Koordination unter diversen Kräften in dieser Frage (ePower, Swico) sehr nützlich sein.
 
Die am Workshop definierten Themen sind teilweise noch sehr allgemein formuliert - Ende Jahr werden sich daraus dann weitere konkrete Projekte ergeben.
  1. Innovations-Labor
  2. Start-up Förderung
  3. Standort Förderung (siehe oben)
  4. DynabookZ (ein Open-Source getriebener Schüler-PC)
  5. Nachwuchsförderung / qualifiziertes Personal
  6. Experten gewinnen und halten
  7. Lehrerinnen und Lehrer als Schlüssel
  8. Medienbildung
  9. e-Demokratie
  10. Open Government Data, data.zh.ch
  11. "Meine Daten gehören mir" ("data purse")
  12. eZürich: Strategischer Überbau und Organisation
Man kann angesichts der TeilnehmerInnen am Workshop davon ausgehen, dass bestehende Initiativen, wie etwa ICT-Berufsbildung Schweiz nicht konkurrenziert, sondern verstärkt werden.
 
Spardruck soll eZürich nicht gefährden
Angenehm deutlich antwortete Stadtrat Vollenwyder auf unsere Frage, ob der Spardruck die hehren Ziele von eZürich nicht gefährde. Der Gemeinderat hat unlängst das Budget der Stadt zurückgewiesen und dem Stadtrat sozusagen ein Defizit "verboten", ohne zu beschliessen, wo denn die fehlenden 220 Millionen Franken eingespart werden sollen.
 
Vollenwyder sagte, dass das Defizit einerseits kleiner als erwartet ausfallen werde und der Stadtrat andererseits nicht plane, wichtige Investitionen zu kürzen. "eZürich ist im Kern nicht gefährdet," so der Stadtrat, der heute Nachmittag den Medien übrigens ein ausgegliches Budget vorgestellt hat.
 
Tatsächlich sind die heute vorgestellten drei Projekte nicht "teuer", während die Stadt bei anderen Themen, zum Beispiel dem Aufbau eines Innovationslabors, sowieso mit weiteren Stellen (Unis, Industrie, Bund) zusammenarbeiten muss.
 
Gratis WLAN fast kein Thema mehr
Mehr oder weniger gestorben dürfte hingegen die extrem populäre Idee sein, dass die Stadt in Zürich ein kostenloses, drahtloses Netzwerk für den Internet-Anschluss aufbauen soll. Die Idee sei nicht begraben, sagte zwar Daniel Heinzmann. Doch die Tatsache, dass das WLAN nicht in der Liste der 12 Themen für Arbeitsgruppen auftaucht, spricht Bände. Immerhin kommt die andere, wohl ebenfalls unrealistische, Idee, einen eigenen Schüler-PC zu entwickeln (DynabookZ) wenigstens in dieser Liste noch vor. (Christoph Hugenschmidt)
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Kommentare:
Häberlein Reto 30.01.2011 21:25 Ich freue mich ja jetzt schon auf die "Onlineplattform", welche die Stadt Zürich dann mit der "neuesten Technologie" aufschalten wird.
 
Heisst es dann dort auch: "Der ZüriPlan basiert auf der neusten Technologie. Damit Sie den neuen ZüriPlan verwenden können, müssen Sie sich die Microsoft Silverlight Erweiterung für Ihren Browser herunterladen.
 
Sollten Sie nicht in der Lage sein, die Silverlight-Installation durchzuführen, können Sie hier den alten Stadtplan aufrufen."
 
Wer dann wohl nicht M$-Technologie verwendet, muss halt ein Brief schreiben…
 
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