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Mittwoch, 05.10.2011
Auge um Auge: Samsung will iPhone 4S verbieten lassen

Nachdem Apple in Deutschland einen Verkaufsstopp für das Samsung Galaxy Tab 10.1 erreicht hat, versuchen die Koreaner es nun, dem US-Unternehmen heimzuzahlen, indem sie in Frankreich und Italien gegen das gestern erst lancierte neue iPhone 4S zu Felde ziehen.
 
Der koreanische Riese hat in einer Erklärung mitgeteilt, dass er in den beiden europäischen Ländern einstweilige Verfügungen gegen den Verkauf des iPhone 4S erwirken wolle, weil Apple damit gegen zwei Samsung-Patente für mobile Technologien verstossen habe. Darüber hinaus behalte man sich nach weiterer Prüfung vor, auch einstweilige Verfügungen in anderen Ländern anzustrengen.
"Apple fährt fort, schamlos unsere Urheberrechte zu verletzen und sich einen Freifahrtschein für unsere Technologie zu erlauben, und wir werden unermüdlich an dem Schutz unserer geistigen Rechte festhalten", zitiert Indiens 'Economic Times‘ aus dem Samsung-Statement.

Der Vorwurf des mittlerweile zweitgrössten Smartphone-Herstellers gegen Apple lautet, dass dieser gegen Technologiepatente hinsichtlich des unter anderem in UMTS verwendeten WCDMA-Verfahrens (Wideband Code Division Multiple Access) für 3G-Handys verstossen habe.
 
Das neue iPhone 4S soll am 14. Oktober zunächst in den USA, Australien, Kanada, Frankreich, Deutschland, Japan und Grossbritannien an den Start gehen. Der Launch in 22 anderen Ländern, darunter auch Italien, ist für den 28. Oktober 2011 geplant.
 
Nachdem der Streit mit Apple über diverse Patentrechte für Smartphones und Tablets sich immer mehr verhärtet hat, werden nun auch härtere Töne angeschlagen. So hat ein Samsung-Sprecher gegenüber der Nachrichtenagentur AFP unter dem Mantel der Anonymität nun geäussert, dass man buchstäblich einem "totalen Krieg" entgegen gehe.

Begonnen hat alles im April, als Apple die Koreaner beschuldigte, das iPhone und das iPad praktisch sklavisch kopiert zu haben. Der vor dem Düsseldorfer Landgericht erwirkte Verkaufsstopp für das Galaxy Tab 10.1 in Deutschland war für die Mac-Company ein wichtiger Etappensieg. Das US-Unternehmen hat auch bereits Anstrengungen übernommen, die Samsung-Smartphones Galaxy S und Galaxy SII in Deutschland, Australien und anderen Ländern verbieten zu lassen.
HTC hat Mitte August mit Schützenhilfe von Google durch Erwerb wichtiger Patente ebenfalls Klage gegen Apple angestrengt und den Spiess damit praktisch umgedreht. Ende September haben die Taiwaner sogar erreicht, dass die US-Aussenhandelkommission ITC such mit dem Fall beschäftigt. Sollten die Untersuchungsergebnisse einen Beweis erbringen, dass Apple tatsächlich gegen HTC-Patente verstossen hat, könnte dem US-Unternehmen sogar der Verkaufsstopp für das iPhone im Heimatland drohen.
 
Branchenexperten werten die jüngst zu beobachtende Flut von Klagen und Gegenklagen in der Mobilfunkindustrie auch als Versuch, sich jeweils eine bessere Verhandlungsposition zu sichern. Unter dem Licht wird auch Googles 12,5-Milliarden-Dollar-Investition für den Kauf der Mobiltelefonsparte von Motorola gesehen. (Klaus Hauptfleisch)
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