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Mittwoch, 14.12.2011
Vom Platzen der Social-Media-Blase und andere Gartner-Prognosen

Wie jedes Jahr hängen sich die Analysten verschiedener Marktforschungsinstitute mal wieder weit aus dem Fenster. Gartner verkündet 70 Trends bis 2017, darunter das Platzen der Social-Media-Blase und eine zunehmende Dominanz der mobilen Welt.
 
Von den 70 Trends, die das amerikanische Marktforschungs- und Beratungsunternehmen Gartner für die kommenden Jahre ausmacht, hat sich 'CIO.de' zehn herausgepickt, die für die IDG-Publikation am interessantesten erscheinen:
 
Bis 2014 sieht Gartner ein Platzen der Social-Media-Blase voraus, was nicht heisst, dass Facebook dann einpacken kann, wohl aber viele kleine und unabhängige Anbieter von Social Networks, wenn dann Softwareriesen wie Google, IBM, Microsoft, Oracle und VMware Einzug gehalten haben werden.

Bis 2015 und über die nächsten drei bis fünf Jahre werden günstige Cloud-Anbieter in Form von Industrialisierten Low-Cost IT-Services (ILCS) den Grossen (ähnlich wie bei Fluggesellschaften mit den Billigfliegern) den Rang streitig machen. Diese werden somit bis zu 15 Prozent ihres Umsatzes verlieren.
 
Bis 2015 werden sich steigende Energiekosten auch in den Angeboten der Cloud-Anbieter niederschlagen, eine Entwicklung, die laut Gartner rapide zunehmen werde.
 
Bis 2015 werden mobile Anwendungen die für Desktops bereits weit hinter sich gelassen haben. PC-Anwendungen werden dann nach Stückzahlen nur noch etwa ein Viertel des Weltmarktes ausmachen. Mobile Applikationen für Smartphones und Tablets haben Ende 2011 nach Stückzahl schon Gleichstand erreicht und sollen mit neuen Funktionen wie Location Based Services den Nutzwert der mobilen Geräte deutlich steigern.
 
Bis 2016 werden E-Mails immer mehr über den Browser oder Mobile Clients als über den Desktop-Client verschickt. Somit würde dann die Hälfte der geschäftlichen Nutzer E-Mails schon über den Browser oder Mobile Clients verschicken und empfangen. Für die Provider heisse das, dass sie verschiedene integrierte Dienstleistungen anbieten müssten. Gartner denkt dabei unter anderem an Instant Messaging, Collaboration Tools, Webkonferenzen und Social Media.

Bis 2016 wird die Flut der Daten nicht zuletzt aufgrund der starken Entwicklung im mobilen Bereich immer mehr zunehmen und selbst viele grosse Unternehmen verzweifeln lassen. Höhere Bandbreiten im mobilen und kabelgebundenen Internet mache Big Data so komplex, vielfältig und schnelllebig, dass die meisten Unternehmen darauf nur schlecht vorbereitet sein werden. Selbst 85 Prozent der Top 500, darunter Nestlé (Platz 42) und Glencore (Platz 18) als die einzigen aus der Schweiz, würden bis 2015 nicht in der Lage sein, der wachsenden Datenflut Herr zu werden.
 
Bis 2016 werden Cloud-Dienstleister mehr und mehr gezwungen sein, sich Security-Zertifikate ausstellen zu lassen. Rund 40 Prozent der Unternehmen würden bis dann nur noch unter der Voraussetzung neue Cloud-Verträge eingehen, während Cloud-Kunden sich heute meist selbst einen Security-Anbieter mit ins Boot holen.
 
Bis Ende 2016 werden immer mehr sicherheitskritische Kundendaten in die Public Cloud verlagert. Aus Kostengründen nutzten heute schon mehr als 20 Prozent der Unternehmen die Möglichkeit empfindlichen Kundendaten in eine hybride Architektur am Firmensitz und in der Cloud auszulagern. Ende 2016 würde dieser Trend bereits über die Hälfte der global 1000 umsatzstärksten Unternehmen (Global 1000) erfassen. Das wiederum dürfte so manche neue Sicherheitsfragen aufwerfen, die über die Unternehmen selbst hinaus, auch Regierungen oder Organisationen wie die Europäische Kommission auf den Plan rufen könnten.
 
Gleiches gilt auch für die letzte von 10 Gartner-Prognosen, die 'CIO.de' unter insgesamt 70 als besonders interessant herausgepickt hat:
 
Bis 2017 wird die Aktivität von Cyberkriminellen jedes Jahr um 10 Prozent ansteigen. Mehr Cloud-Services, mehr BYOD (Bring Your Own Device), sprich der Trend zu immer mehr mitgebrachter und im Unternehmensnetz angeschlossenen mobiler Hardware wie Smartphones und Tablets, sowie neue Software-Schwachstellen würden Hackern und anderen Cyberkriminellen nur so Tür und Tor öffnen.
 
Soweit die von 'CIO.de' ausgewählten 10 Gartner-Prognosen für die kommenden Jahre. Eine interessante Vorhersage für 2017 hat die Publikation ausgelassen. So geht Gartner-Forschungschef Peter Sondergaard davon aus, dass bis dahin der CIO (Chief Information Officer) immer mehr Macht an den Chief Marketing Officer (CMO) verlieren werde. In zwei Jahren schon würden die CIOs ein Viertel ihrer Budgethoheit verlieren. Und bis spätestens 2017 könnte der CMO dann schon über mehr Budget verfügen als der CIO. Um sich zu halten und weiter vorn in der Liga mitzuspielen, müssten die CIOs daher dringend so schnell wie möglich eine realistische Budgetplanung aufstellen. (kh)
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Kommentare:
Christoph Jaggi 14.12.2011 15:32 Social Media ist nicht auf soziale Netzwerke beschränkt. Dass öffentliche soziale Netzwerke vpm Typ Facebook massiv überbewertet sind, ist offensichtlich.
 
Gemäss dem Deutschen Bundesverband Digitale Wirtschaft umfasst der Begriff "Social Media" alle Medien (Plattformen), welche die Nutzer über digitale Kanäle in der gegenseitigen Kommunikation und im interaktiven Austausch von Informationen unterstützen. Unterschieden wird dabei zwischen zwei Kategorien: (1) soziale Medien mit dem vorherrschenden Ziel der Kommunikation und (2) soziale Medien, die zwar zur Kommunikation eingesetzt werden, deren Fokus jedoch auf dem Inhalt liegt. Sozial werden die Medien also, wenn man über sie kommunizieren kann oder wenn sie digital für mehr als eine Person verfügbar sind. Social Media ist ein Sammelbegriff für sämtliche netzwerkgestützte digitale Kommunikation und für sämtliche netzwerkgestützte Informationsvermittlung. E-Mail ist genauso ein soziales Medium wie ein kommentierbarer Online-Artikel (wie dieser) oder Facebook.
 
Ein Teil des Sektors ist sicherlich überhypt, Der Rest ist auf solidem Grund gebaut.
 
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