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Freitag, 20.01.2012
Keine Krise bei Finnova

Der gestern bekannt gewordene Stellenabbau beim Zürcher Bankensoftwarehersteller Avaloq hat die Branche aufgerüttelt. Dass das zuvor stark wachsende Unternehmen zehn Prozent der Stellen abbauen muss, um konkurrenzfähig zu bleiben, zeigt, dass die Finanzkrise nun doch Auswirkungen auf IT-Firmen hat, die von den Aufträgen der Banken leben.
 
Laut dem Zürcher Consultingunternehmen Active Sourcing sind Avaloq und der Aargauer Mitbewerber Finnova die beiden dominierenden Hersteller von Bankensoftware in der Schweiz. Es stellt sich also die Frage, ob Finnova ebenfalls von der Krise so hart getroffen wurde, dass man Stellen abbauen müsste. Finnova-CEO Charlie Matter spricht nicht gerne über die Konkurrenz, lässt sich aber im Gespräch mit inside-it.ch dennoch die Aussage entlocken, dass ein Stellenabbau in Lenzburg derzeit nicht geplant sei, im Gegenteil: "Wir möchten in der Schweiz zusätzliches Personal einstellen, um unsere strategische Expansion voranzutreiben", so Matter.
 
Doch auch bei Finnova ist man vorsichtig. Vor dem Hintergrund der Bankensituation und der schwierigen Wirtschaftslage erwartet Matter, dass die Investitionsbereitschaft der Banken gegenüber dem Vorjahr kleiner sein wird.
 
Der Grund für die eher optimistischere Sichtweise von Finnova dürfte darin liegen, dass der Lenzburger Softwarehersteller im Gegensatz zu Avaloq im Ausland noch wenig präsent ist. Vom starken Franken ist Finnova also praktisch nicht betroffen. Die Frage, ob die Strategie einer vorsichtigen Auslandsexpansion angesichts des gesättigten Schweizer Bankensoftwaremarktes langfristig richtig ist, lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht beantworten. Sicher ist, dass der Export von Schweizer Software schwierig ist und auf lange Sicht schwierig bleiben wird. (Maurizio Minetti)
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