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Freitag, 20.01.2012
Leider Nein (heute mit Fremd-Nein)

Und hier noch unsere Freitagabend-Nachricht.
 
Informationstechnologie ist die Hoffnungsbranche der Schweiz. Wir schreiben es, Bundesrätin Leuthard sagt es gerne, oft und laut, ICTSwitzerland und economiesuisse sagen es auch und fordern lautstark die Beseitigung von angeblichen "Bremsklötzen" und alle haben Kalifornien als Vorbild: Das Glatttal will "Zurich IT Valley", die Stadt Zürich "eZürich" und das Surental das "Computer Valley" sein. Politiker versprechen Unterstützung, die Zürcher Wirtschaftsförderung untersucht die Branche akribisch und die Credit Suisse nimmt sogar richtiges Geld für die Förderung der Berufsausbildung in die Hand.
 
Alles ist gut, wir sind uns einig und ziehen am selben Strick. Bis dann die Realität eintrifft und jeder wieder genau das tut, was zwar der Branche schadet, aber seiner Firma nützt oder seinen Anschauungen entspricht. Avaloq geht vor dem starken Franken und der schwachen Branchenkonjunktur in die Knie und entlässt massenhaft Spezialisten, die man noch vor kurzer Zeit ein knappes und wertvolles Gut nannte und der Kanton Zürich tut alles, um IT-Startups zu vertreiben. Lesen Sie selbst den eindrücklichen Blog-Betrag von Moritz Zumbühl: Wieso die Schweiz nie ein Silicon Valley kriegen wird oder the Story of Emre Sarigol.
 
"Die Schweiz, und im Speziellen der Kanton Zürich, gibt die kontingentierten Arbeitsbewilligungen lieber an Grossfirmen wie UBS oder Google als an kleine Unternehmen, welche neue Geschäfte aufbauen wollen. Kein Wunder, dafür hat ja Google eine PR-Abteilung, welche jederzeit mit Wegzug drohen kann," schreibt Zumbühl in seinem Erfahrungsbericht. Und sagen Sie nun nicht, Zumbühl könne ja einen arbeitslosen "Schweizer" Informatiker anstellen - er kann nicht, denn er würde, wenn er könnte.
 
Leider Nein sagten gestern für einmal auch nicht wir bei der täglichen Pressemitteilungs-Lösch-Orgie sondern der PR-Versender selbst: "Vor wenigen Minuten haben Sie eine Medienmitteilung erhalten. Fälschlicherweise hat sich darin der Vertragswert eingeschlichen. Wir haben uns verpflichtet, diesen nicht zu kommunizieren, und möchten Sie deshalb um Diskretion bitten." Selbstverständlich lieber Herr PR-Versender, kommen wir Ihrer Bitte nach und bleiben diskret - der Deal war ja auch nicht richtig gross. Aber eine Bitte hätten wir doch noch: Können Sie uns die Zeichnung vom sich einschleichenden Vertragswert senden? Herzlichen Dank!
 
Leider Nein sagten auch die Profis von Newsaktuell: "Jahrbuch für Journalisten 2012 erschienen (Anm.: SORRY! Titel neu!)" Wir zucken mit den Schultern und murmeln "Shit happens", denn der Inhalt des Jahrbuches tönt ungeheuer interessant: "Schwarmintelligenz und Schwarmfeigheit", "Die Zeit der Trolle", "Riepl ist tot - toter geht's nicht" und "Die Wirklichkeit biegen, so lange, bis sie passt". Coole Titel, das. (Christoph Hugenschmidt)
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Kommentare:
Hans Tuffer 27.01.2012 10:45 Nun. So spektakulär ist dieser Blog nicht. Dort konnten wir im Grundsatz nur erfahren, dass die Appenzeller Alkohol-Industrie Umsatz gemacht hat, Herr Zumbühl sich in Zeitungskolumnen über die (angebliche) Situation am Arbeitsmarkt informiert und er 'ums verrecken' nicht auf seinen 'Spezi' verzichten möchte. Mit dem gleichen Aufwand, den er bis jetzt betrieben hat, hätte er längst auch einen hiesigen oder mindestens EU-Bürger gefunden.
 
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