Was ist das Benützen eines Computerprogramms gegen das Programmieren einer App?
"Informatikunterricht auf dem Holzweg" titelt Professor Juraj Hromkovic heute einen
Gastbeitrag in der 'Neuen Zürcher Zeitung'. Hromkovic kritisiert insbesondere den
"Lehrplan 21", mit dem ab 2014 der Unterricht an den Volksschulen schweizweit harmonisiert werden sollen.
Die Schweizer Kantone legen das Schwergewicht immer noch auf den "Computerführerschein", die Kindern lernen also, wie man Computer bedient, nicht aber wie man die Systeme - insbesondere die Software - macht. Der Computerführerschein leiste "keinen nachhaltigen Wissenstransfer, keine Tiefe und keinen nennenswerten Beitrag zur allgemeinen Bildung", schreibt Hromkovic. Ausserdem mögen Kinder ICT-Unterricht, der sich rein auf den Gebrauch von Standard-Programmen konzentriert, nicht und finden ihn auch nicht nützlich.
Widersprüchliches ZürichBesonders hart kritisiert Hromkovic den Kanton Zürich,
da einerseits die Stadt Zürich ein zweites "Silicon Valley" werden wolle, andererseits die kantonale Bildungsdirektion aber die "Verankerung elementarer Informatikgrundlagen in den Lehrplänen" verweigere und von Konzepten schwärme, die immer öfter als "Irrtum der Geschichte" bezeichnet würden. "Erforderlich ist jetzt eine grundlegende Änderung in der schweizerischen Bildungspolitik," endet der Kommentar des ETH-Spezialisten für Informatik-Ausbildung. Hromkovic hat Recht. (Christoph Hugenschmidt)