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Freitag, 03.02.2012
Wenn Maschinen mit Maschinen kommunizieren

Swisscom setzt mit Hilfe von Ericsson auf Machine-to-Machine-Kommunikation (M2M). Die neue Mobilfunk-Goldgrube?
 
Wenn alles gut geht, werden wir uns die Abkürzung LTE – sie steht für Long Term Evolution und bezeichnet den neuen Mobilfunkstandard, den Swisscom und weitere Mobilfunkanbieter in der Schweiz in unmittelbarer Zukunft einführen wollen – nicht merken müssen. Denn diese Aufrüstung erfolgt weitgehend automatisch und ist für Mobilfunk-Endanwender nur an der deutlich höheren Download-Datenrate von 300 Megabit pro Sekunde und einer Reihe neuartiger Services feststellbar. Swisscom rechnet damit, die flächendeckende Mobilfunkumstellung auf LTE in etwa zwei bis drei Jahren zu schaffen, wobei die Priorität auf den urbanen Ballungsräumen des Landes liegen wird. Dies gab heute der Telekom-Ausrüster Ericsson, der Ende 2011 den lukrativen LTE-Auftrag von Swisscom ergatterte, an einer Medienkonferenz bekannt.
 
M2M - die neue Mobilfunk-Goldgrube
Der schwedische Ericsson-Konzern ist Weltmarktführer im Bereich der Mobilfunknetzwerke. Nach seinen eigenen Angaben werden mehr als 40 Prozent des mobilen Datenverkehrs auf der Welt über Ericsson-Netzwerke abgewickelt, und diesen Netzen sind weltweit über 900 Endanwender in mehr als 180 Ländern angeschlossen. Mit LTE wird nun ein neuer Entwicklungsschub für Mobilfunknetzbetreiber wie Swisscom möglich, denn sie werden damit ins sogenannte "Internet der Dinge" einsteigen können – im IT-Jargon als Machine-to-Machine-Kommunikation (M2M) bezeichnet. Damit ist der weitgehend automatisierte Informationsaustausch von physikalischen Objekten – maschinenartigen Geräten - möglich sowie von solchen Endgeräten und einer Leitstelle.
 
Die Einführung der M2M-Kommunikation wird eine neuerliche Explosion des Datenverkehrs zur Folge haben. So rechnet Ericsson damit, dass im Jahr 2020 mehr Mobilfunkverbindungen für M2M-Kommunikation genutzt werden als für konventionellen Sprach- und Datenverkehr. Zu diesem Zeitpunkt, so wird geschätzt, sollen auf der ganzen Welt 50 Milliarden vernetzte Geräte in Betrieb stehen. Kein Wunder betrachtet auch Swisscom die M2M-Kommunikation als strategischen Wachstumsmarkt gegenüber dem nahezu stagnierenden Sprachverkehr.
 
Ericsson hat ob solcher M2M-Wachstumsaussichten eine M2M-Service-Plattform entwickelt, die sie ihren Partnern – in der Schweiz beispielsweise Swisscom – zur Verfügung stellt. Mit einer solchen Plattform kann die gesamte M2M-Wertschöpfungskette abgedeckt werden. Die recht sperrige Abkürzung für dieses Geschäftsmodell heisst M2M-PaaS (Machine-to-Machine Plattform as a Service). Swisscom wird es für Angebote für Grossfirmen, aber auch für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) nutzen.
 
Praktische Lösungen
Drei M2M-Projekte, die bereits in der Realisierungsphase stecken, wurden bei der gemeinsamen Medienkonferenz von Ericsson und Swisscom vorgestellt:
 
• Limmex – Armbanduhr zur Alarmauslösung. Durch Tastendruck an der Uhr abrufbares Hilfesignal; automatischer Verbindungsaufbau zur Leitstelle und Fernüberwachung des Batterieladezustandes; Swisscom-Support: Test und Optimierung des Endgeräts, lötbare SIM Card sowie in Zukunft verbesserte Standortinformation.
 
• Selecta – Mobile Payment-Lösung für Selecta-Produkteautomaten. Das eingebaute M2M-Modul verbindet die Automatenschnittstelle mit der Payment-Plattform von Smarcom. Swisscom-Support: Personalisierte SIM Card, fix IP-Adresse im Mobile Network, Secure Remote Access-Lösung, Third Party Mobile Payment und Edkunden-Rechnungsstellung.
 
• Swisscom-Lösung Interactive Home – Sicherheit: Video-Überwachung und Aufzeichnung, Alarmierung (Einbruch, Feuer). Automation: Fernsteuerung von Licht, Heizung, usw. Nachhaltigkeit: Überwachung und Kontrolle des Energieverbrauchs von Haushaltgeräten.
 
Darüber hinaus bearbeitet Swisscom bereits mehrere Dutzend M2M-Projekte, die in der Ausschreibungsphase stecken. Naheliegende M2M-Projekte, insbesondere im Bereich des Billettverkaufs, sind aber wegen der Gestaltung der Enduser-Programme noch nicht in der Pipeline. (Gregor Henger)
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