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Mittwoch, 22.02.2012
Projekt "Gever Office" verschlang fast acht Millionen

BIT zahlte 7,8 Millionen Franken für das IT-Projekt "Gever Office".
 
Der Bundesrat hat auf eine im Dezember 2011 gestellte Anfrage von Nationalrätin Edith Graf-Litscher zum gestoppten IT-Projekt "Gever Office" geantwortet. Fazit: Das Projekt wird wegen zu hohen Kosten eingestellt.
 
Die Parlamentarische Gruppe Digitale Nachhaltigkeit veröffentlichte die Auskunft des Bundesrates zum Projekt-Stopp: Laut Bundesrat sei die Weiterentwicklung von "Gever Office" wirtschaftlich nicht vertretbar gewesen." Auch bei einer substantiellen Verbreitung in der Verwaltung würde das Produkt über die nächsten Jahre nicht kostendeckend sein", heisst es weiter.
 
Die Kosten des BIT belaufen sich seit Beginn im 2005 auf 7,8 Millionen Franken. Darin enthalten seien Ausgaben für Pilotprojekte in den einzelnen Departementen, jedoch keine Kosten für Mittel der Einführung in die Verwaltungseinheiten. Es wurden Leistungen in der Höhe von 4,6 Millionen Franken von 16 externen Firmen bezogen: Unter den Top fünf befinden sich Elca und Advis, die Aufträge von je 1, 2 Millionen Franken erhielten, Gridsoft bekam einen Auftrag für eine halbe Million Franken und Nexplore sowie IT-Processing bekamen Aufträge im Wert von rund 333'333 Franken.
 
Zum Scheitern verurteilt?
Bereits vergangenen November stoppte das Bundesamt für Informatik und Telekommunikation (BIT) das Projekt "Gever Office", welches vor sieben Jahren zur elektronischen Geschäftsverwaltung entwickelt wurde. 2005 startete "Gever Office" mit dem Ziel eine Alternative zum de-fakto-Standard "eGov-Suite" von Fabasoft zu entwickeln.
 
Nicht die Qualität des Produkts stelle man in Frage sondern die Kosten, schreibt der Bundesrat. Jetzt soll eine zweite Gever-Lösung (im Sinne der Mehrproduktestrategie) über eine Ausschreibung am Markt beschafft werden. Anbieterinnen von Open-Source-Software, die dem Beschaffungsrecht (WTO-Verfahren) entsprechen, sind eingeladen, ihre Angebote einzubringen. (Hanna Lauer)
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Kommentare:
Chautems Paul 22.02.2012 18:49 Zitat aus:
http://www.digitale-nachhaltigkeit.ch/
"Es würde sich wirtschaftlich nicht lohnen, die auf Microsoft SharePoint basierende Gever-Lösung weiterzuentwickeln, weil für einen Upgrade auf die neue SharePoint-Version wesentliche Teile neu programmiert werden müssten."
 
Tja, wer auf Sand baut, braucht sich weiter zu wundern.
 
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