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Montag, 27.02.2012
SunGard vom Hersteller zum Dienstleister

Enzo giannini
Nicht mehr "Pasta-Hersteller" sondern "Restaurant-Betreiber". Der Hersteller des Kernbankensystems Ambit bietet bietet seit einem Jahr den Betrieb der Lösung samt Umsystemen an. Erste Kunden gingen live.
 
Als der US-Software-Hersteller und IT-Dienstleister SunGard die Genfer Ambit 1996 übernahm, hatte Ambit gerade mal 25 Mitarbeitende, heute arbeiten 250 Leute, davon 100 in der Schweiz, für die Lösung, die nun zum riesigen Portfolio des US-Software-Herstellers und IT-Dienstleisters gehört. SunGard gehöre mit Ambit im Markt für Kernbankenlösungen für Privatbanken nach Neuabschlüssen gerechnet neben Avaloq und Finnova zu den Top-3 Anbietern in der Schweiz, so Daniel Bardini (Foto) zu inside-it.ch. Wir haben Bardini, der als Managing Director das Ambit Private Banking verantwortet, zusammen mit Enzo Giannini, Head of Client Services, letzte Woche in Zürich zu einem Gespräch getroffen. 45 Privatbanken und Vermögensverwalter in der Schweiz setzen Ambit als Kernbankensystem ein, so Bardini.
 
Vom "Pasta-Hersteller" zu "Restaurant"
Für den Aufbau des ASP-Angebots (ASP steht für Application Service Provider) hat SunGard vor etwas über einem Jahr Enzo Giannini, der als ehemaliger Manager bei B-Source, TKS und zuletzt Finaclear das Outsourcing-Geschäft gut kennt, an Bord geholt. In den letzten 12 Monaten hat SunGard in Zürich ein Dienstleistungszentrum aufgebaut und gemäss Giannini auch bereits zwei Kunden gewonnen, die er aber nicht namentlich nennen will. "Wir sind von einem Pasta-Hersteller zu einem Restaurant geworden", sagt Enzo Giannini.
 
Damit will er illustrieren, dass Kunden aus einer "Menukarte" von Dienstleistungen auswählen können. So lässt ein Kunde das Ambit-Kernsystem von SunGard betreiben, kann den Differenzierungsfaktor Online-Trading-Plattform aber bei sich behalten. Vorstellbar ist auch, dass Kunden ihre ganze IT-Infrastruktur bis hin zu Desktops, Kommunikationsinfrastruktur und Webserver von SunGard hosten und managen lassen.
 
Markt im Umbruch
Anbieter von Dienstleistungen und Lösungen für Privatbanken erleben interessante Zeiten, denn ihre Kunden müssen gleichzeitig neue Geschäftsmodelle entwickeln und Kosten reduzieren. Die Auslagerung von ganzen Geschäftsprozessen (Business Process Outsourcing) oder zumindest der IT-Systeme dürfte für mehr Banken als bisher zu einer Option werden. Zudem ist mit weiteren Übernahmen und Zusammenschlüssen zu rechnen, die wiederum den Bedarf nach neuen Kernbankensystemen auslösen können.
 
SunGard könne Kunden sehr rasch, innert sechs bis 12 Monaten auf seine Systeme migrieren, betont Giannini.
 
Entwicklungszentrum in Tunis
Der massive Stellenabbau beim Zürcher Software-Überflieger Avaloqlässt die Frage aufkommen, ob man angesichts des sehr teuren Frankens und der relativ hohen Lohnkosten in der Schweiz überhaupt noch Software für den ausländischen Bankenmarkt entwickeln kann. SunGard hat diese Frage, wenn auch primär aus Ressourcengründen, schon lange für sich beantwortet. Neben 45 Entwicklern in Genf arbeiten auch ungefähr gleich viele in Tunis an der Weiterentwicklung von Ambit. Tunesien habe ein ähnliches Schulsystem wie Frankreich mit guter technischer Ausbildung, ist in der gleichen Zeitzone wie die Schweiz und ab Genf sehr leicht zu erreichen, erläutert Bardini den Entscheid für ein Nearshore-Zentrum in dem arabischen Land. (Christoph Hugenschmidt)
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