Banken-BPO: Erfolg für Avaloq/Comit bei der Bank Vontobel

Die Bank Vontobel wird das gesamte Wertschriftengeschäft für die Raiffeisenbanken abwickeln und setzt dafür das Avaloq Banking System ein.
 
Die Vontobel-Gruppe hat sich dafür entschieden, ab Sommer 2006 für die Abwicklung des Wertpapiergeschäfts, das sie für die Raiffeisenbanken erledigt, das Avaloq Banking System einzusetzen. Der Implementationspartner für das Projekt wird Comit sein.
 
Ein Trend unter Banken geht heute weg vom monolithischen "Eine Bank ist eine Bank"-Modell in Richtung Aufgabenteilung durch Outsourcing-Modelle: Eine Bank kann sich dabei zum Beispiel dazu entscheiden, sich als "Vertriebsbank" auf ihre Kompetenzen im Kundenkontakt zu konzentrieren und dafür die reine Abwicklung von Routineprozessen – dazu gehört unter anderem das Wertpapierpapiergeschäft – einer "Universalbank" zu übergeben. Diese sollte theoretisch von Skaleneffekten profitieren und dadurch die Transaktionskosten senken können. Es ist daher logisch, dass die Vontonbel-Gruppe hofft, später das Wertpapiergeschäft nicht nur für die Raiffeisenbanken sondern auch für weitere Banken erledigen zu können.
 
Für das Business Process Outsourcing sollte die eingesetzte Bankensoftware gewisse Voraussetzungen erfüllen. Dass sich die Vontobel-Gruppe für Avaloq als Basis entschieden hat, hat eine gewisse Logik – Avaloq ist bei Vontobel bereits für andere Aufgaben im Einsatz. Trotzdem untergräbt sie damit auch die Argumentation der Konkurrenz von der Swiss Banking Plattform (CSC, SAP und seit neuem T-Systems mit der Wertpapierlösung "GEOS"), die mit ihrer serviceorientierten Architektur als Softwarebasis der Wahl für outsourcingwillige Banken positioniert werden soll. (Hans Jörg Maron)