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Donnerstag, 03.05.2012
Abraxas' Vorstoss in den Gemeindemarkt

Der St.-Gallisch-Zürcherische IT-Dienstleister Abraxas sieht ein "Window of Opportunity" im Markt für Gemeindelösungen und lanciert ein modulares Service-Angebot.
 
Der Markt für Gemeinde-Informatik ist hart umkämpft und er könnte noch härter werden. Denn mit Abraxas ist vor wenigen Monaten still und leise ein weiterer Player in den Markt eingestiegen. "Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, denn Gemeinden sehen sich nach neuen Lösungen um. Die Nachfrage wird von Themen wie Registerharmonisierung, dem vorgeschriebenen Buchhaltungsstandard HRM2 (Harmonisiertes Rechnungsmodell) und dem Spardruck angetrieben," sagt Michael Keller, der bei Abraxas die Verantwortung für den Einstieg in den Gemeindemarkt trägt.
 
"IT-Sorglospaket für Gemeinden"
Unter dem Namen AX2 vermarktet Abraxas ein Lösungspaket, mit dem Gemeinden ihre Informatik und den dabei unterstützten Prozessen auslagern und "aus der Steckdose" beziehen und pro Arbeitsplatz zu einem Fixpreis bezahlen können. Einen ersten Referenzkunden hat Abraxas mit der Gemeinde Gerlafingen gewonnen.
 
In dem Basis-Modul von AX2 enthalten ist der Betrieb der Infrastruktur (Server, Kommunikation, virtuelle PCs über Citrix Metaframe, Basisprogramme, Druck), die zentralen Anwendungen wie etwa NEST / ISE, Abacus, bis hin zur Telefonielösung. Ebenfalls Teil des Pakets ist die professionelle Sicherung der Daten und der Betrieb der Infrastruktur in zwei getrennten Rechenzentren sowie den Support aller eingesetzter Komponenten über eine einzige Supportstelle.
 
Da ausschliesslich Standardschnittstellen von eCH verwendet werden, sind Gemeinden nicht mehr starr an ihren Software-Anbieter gebunden, betont man bei Abraxas. Keller: "Gemeinden interessieren sich heute für Cloud-Lösungen und den Bezug von Informatik in Selbstbedienung. Sie wollen nicht mehr von einem Software-Anbieter abhängig sein, sondern die für ihre Bedürfnisse optimale Gemeindesoftware flexibel einsetzen, ohne jeweils ein riesiges Migrationsprojekt loszutreten".
 
Bei AX2 werde dies sichergestellt, in dem alle eingesetzte Software auf diese Eignung hin ausführlich geprüft wird. Zudem garantieren standardisierte Schnittstellen, dass die Verwaltungsebenen (Gemeinden, Kantone, Bund) Daten durchgängig austauschen können und so eine bessere Effizienz der Verwaltung erreicht wird, so Keller.
 
Datenmodell aus Glarus
Grundlage von AX2 ist ein einheitliches und modernes Datenmodell, eine zentrale Subjektverwaltung (Grunddaten über EinwohnerInnen und Firmen werden nur noch einmal gespeichert) und ein Verzeichnis aller Prozesse (Prozessrepository), die in einer Gemeindeverwaltung ablaufen. "Die Prozesse in einer Gemeinde sind bei vergleichbaren Grössen immer gleich. Nicht gleich sind aber die Rollen der Mitarbeitenden," erklärt Keller.
 
Das Datenmodell wurde von der Firma Axcelerat Solutions im Rahmen der grossen Informatik-Projekte bei der Zusammenlegung aller Glarner Gemeinden zu nur noch drei Verwaltungen entworfen und dort auch in der Praxis eingesetzt. Alle Prozesse und Datenmodelle der Glarner Gemeinden wurden auf den 1.1.2011 vereinheitlicht und auf eine gemeinsame Plattform überführt.
 
Für Abraxas ist durchaus vorstellbar, auch andere Gemeindelösungen innerhalb von AX2 zu betreiben, sagte man uns bei einer kurzen Präsentation von AX2 in der Zürcher Niederlassung von Abraxas. (Christoph Hugenschmidt)
 
Hintergrund: Abraxas und seine Besitzer
Dass Abraxas neue Märkte aufbauen will, kann Kenner der Szene nicht überraschen. Der IT-Dienstleister, der über 400 Mitarbeitende beschäftigt und 2010 einen Umsatz von 118 Millionen Franken machte, gehört noch den beiden Kantonen Zürich und St. Gallen. Der Kanton Zürich möchte die 50-Prozent-Beteiligung an "seiner" IT-Firma aber seit längerem loswerden und Informatik-Dienstleistungen auf dem freien Markt einkaufen. St. Gallen wird nachziehen.
 
Abraxas ist also nicht erst seit heute gezwungen, sich auf dem freien Markt als Dienstleister zu etablieren. So entwickelt und vertreibt Abraxas etwa eine Lösung für Fahrzeugkontrollen (Cari), die Gerichtssoftware Juris und neu auch eine Plattform für "Enterprise Content Management" (Dokumentverwaltung) die als ECM-Integrationsplattform ("ECM.ip") vermarktet wird.
 
Wer spekuliert, dass der Verkauf von Abraxas noch 2012 oder 2013 über die Bühne gehen wird, dürfte nicht allzu falsch liegen. (hc)
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