Staatstrojaner kaufen ist nicht schwer, selbst entwickeln aber sehr

Das deutsche Bundeskriminalamt hat im letzten Herbst den Auftrag erhalten, einen gesetzeskonformen "Staatstrojaner" zu entwickeln. Die Spionagesoftware sollte im Rahmen der "Quellen-Telekommunikationsüberwachung" eingesetzt werden, um beispielsweise verschlüsselte E-Mails und die Benutzung von Internet-Telefondiensten wie Skype durch verdächtige Personen zu überwachen, und dabei aber nur genau die Überwachungsmöglichkeiten bieten, die vom deutschen Gesetz auch vorgesehen sind. Nun aber habe das BKA, wie der 'Spiegel' berichtet, gegenüber Vertretern von Bund und Ländern eingeräumt, dass man mit der Entwicklung eines sochen Trojaners "überfordert" sei.
 
Das deutsche BKA hatte zuvor, wie auch Polizeibehörden in der Schweiz, Überwachungssoftware von Drittfirmen eingekauft. Diese bot aber, zumindest theoretisch, Möglichkeiten zur Ausschnüffelung von PCs, die vom deutschen Gesetz nicht erlaubt sind. Nachdem herauskam, dass diese Möglichkeiten teiweise auch benutzt wurden, wurde die Benützung von eingekaufter Spionagesoftware laut 'Spiegel' im letzten Herbst vorläufig untersagt. (hjm)