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Freitag, 18.05.2012
Der 3D-Film aus der Cloud

HP hat eine ganze Kollektion von neuen oder erweiterten Produkten vorgestellt, mit denen ineinander greifende Aspekte des modernen Enterprise Computings abgedeckt werden können.
 
Die Interop-Tagung in Las Vegas von Anfang Mai stand - zumindest was HP betrifft - im Zeichen des Trickfilms. Als illustratives Beispiel für die wachsende Komplexität im Filmbusiness schilderten Bethany Mayer, Senior Vice President & General Manager von HP Networking, zusammen mit Derek Chan, Head of Global Technology Operation von DreamWorks Animation, die digitale Produktion des 3D-Zeichentrickfilms "Madagascar 3: Europe's Most Wanted".
 
Vom Digitalstudio und der Cloud auf die Kinoleinwand
Die Filmindustrie ist ein zwar sehr sichtbarer Markt für die neusten ICT-Entwicklungen im Bereich des Enterprise Computing, aber dennoch infolge der hochgradigen Spezialisierung eine ausgesprochene Marktnische. Was den erwähnten Film betrifft, stecken Jahre interaktiver Visualisierung an grossformatigen Flachbildschirmen dahinter, die zu Tausenden von kurzen Bildsequenzen führen und an denen Hunderte von spezialisierten Designern arbeiten. DreamWorks verteilt diesen enormen Aufwand auf drei Studios, zwei davon in Kalifornien und eines im südindischen Bangalore. Jedes dieser Studios verfügt über ein eigenes Rechenzentrum und ist mit eine gemeinsame Private Cloud verbunden.
 
Die Arbeit an diesem monströsen Mosaikgebilde aus Hunderten Millionen von einzelnen digitalen Files wird in einer Zentrale in Las Vegas koordiniert, die mit HP-Switches ausgestattet ist und ebenfalls mit der Cloud zusammenarbeitet. Das Resultat ist ein mehrere Terabytes an Daten umfassendes Programm, das zwei unterschiedlich polarisierte virtuelle Streifen mit je rund 90'000 farbigen Einzelbildern sowie eine mehrfache Tonspur enthält - den fünf Viertelstunden dauernden 3D-Film Madagascar 3, der am 8. Juni in unsere Kinos kommen wird.
 
BYOD, aber sicher
HP hat an der Interop auch etwas "alltäglichere" Lösungen vorgestellt, etwa zum Trendthema BYOD (Bring your own Device). So wird etwa in einer Untersuchung vom vergangenen März festgestellt, dass bereits heute 60 Prozent aller Unternehmen nicht mehr wissen, wie viele und welche mobilen Geräte ihrer Angestellten an den drahtlosen Firmennetzwerken angeschlossen sind. Und es wird vorausgesagt, dass bis im Jahr 2020 weltweit rund 50 Milliarden Geräte über WLAN-Netzwerke betrieben werden. In der gleichen Studie wird prophezeit, dass der Weltmarkt für solche Geräte zwischen 2015 und 2020 jährlich um 50 Prozent wachsen werde. Dazu kommt, dass die Firmenkommunikation zunehmend per Video betrieben wird, was gegenüber Text- und Grafikmedien etwa die vierfache Übertragungskapazität verlangt.
 
Bereits eine Vielzahl von Firmen unterschiedlichster Grösse , die mit ihrem Personal per WLAN kommunizieren, gestatten ihren Angestellten, bei der Arbeit ein eigenes WLAN-Endgerät - in der Regel das private Smartphone - zu benutzen. Die Folge dieser BYOD-Freiheit ist naturgemäss, dass technisch stark unterschiedliche Geräte zum Einsatz kommen. Darauf müssen die Unternehmen Rücksicht nehmen und sicherstellen, dass die Kommunikation ungeachtet der Gerätetypen und verschiedenartiger Fabrikate zuverlässig erfolgen kann. Dies betrifft auch alle zugehörigen international tätigen Unternehmen mit ihren oft weit entfernten Filialbetrieben und Geschäftsstellen.
 
Es versteht sich von selbst, dass in dermassen dezentralisiert organisierten Unternehmen auch Sicherheitsprobleme berücksichtigt werden müssen. Und diese Probleme sind keineswegs trivial. HP hat für den sicheren WLAN-Anschluss praktisch aller am Markt angebotenen Smartphones das Konzept eines Intelligent Management Center (IMC) entwickelt und offeriert dieses als integrale Plattform zur Verwaltung von drahtgebundenen und drahtlosen Netzwerken, also LAN und WLAN. Die IMC-Software erlaubt das Management aller Systemkomponenten, bis hinunter zu den individuellen Smartphones der Mitarbeitenden. Um die sichere Verbindung zwischen App-Servern und den Endgeräten zu gewährleisten, hat HP die neue Lösung des Dynamic Virtual Private Network (DVPN) entwickelt. Der Hersteller gibt an, damit lasse sich die IT-Systemkomplexität um nicht weniger als 93 Prozent vermindern. Dazu kommen Einsparungen bei den operativen Kosten und beschleunigtes Ausrollen gesicherter Kommunikationsverbindungen.
 
Schub für die Applikationsperformance und Cloud-Anwendungsprogramme
Eine entscheidende Komponente für die Netzwerkqualität sind die Switches, denn sie sind die Verbindungsglieder zu den Endgeräten. In sogenannten Campus-Netzwerken sind Switches Schlüsselkomponenten, die in erheblichem Ausmass die Leistungsfähigkeit der individuellen Anwendungen beeinflussen. An der Interop stellte HP seine neue HP-10500-Switch-Serie vor. Damit lässt sich nach Herstellerangaben die Reaktionszeit der Geräte, die Latenz, um rund 75 Prozent vermindern und den Datendurchsatz mehr als verzehnfachen. Der neue Switch kann durch zusätzliche Linienkarten erweitert werden. Dank der über fünffach gesteigerter Dichte der 10 Gigabit-Ports und der Innovation des HP Intelligent Resilient Framework können mehrfache Switches virtualisiert und gemeinsam wie ein einziger HP 10500 Switch behandelt werden. Damit lassen sich die Flaschenhälse in Netzwerken beseitigen, die infolge der erhöhten Ansprüche durch Medien wie Sprache und Video entstehen können.
 
HP ist vor einiger Zeit eine Partnerschaft mit der Firma F5 Networks eingegangen, dem auf dem Gebiet des Application Delivery Networking (ADN) agierenden Unternehmen. Dank der ADN-Unterstützung durch F5 Networks konnte HP seine Entwicklung Virtual Application Networks zu einer Lösung weiterentwickeln, die dem neuartigen ICT-Paradigma der Policy-based Configuration folgt. Damit lässt sich das früher sehr zeitaufwändige Ausrollen von Cloud-Anwendungsprogrammen spektakulär von Monaten auf Minuten verkürzen. Dies ist möglich, weil damit die manuelle und fehleranfällige Konfiguration von Gerät zu Gerät über mehrere Schichten des Netzwerks umgangen werden kann. HP gibt an, dass sich der Aufwand für das Ausrollen von Anwendungsprogrammen in der Cloud dramatisch reduzieren lässt. Für eine typische Datacenter-Anwendung müssen konventionellerweise manuell etwa 250'000 Kommandozeilen erstellt werden und weitere 100'000 manuelle Konfigurationsschritte sind für die Netzwerk-Implementation notwendig. Diese Aufgaben können dank Virtual Application Networks auf einem einzigen Touchscreen und weitgehend automatisiert gelöst werden. Der Schlüssel zu diesem Quantensprung der Software-Technologie besteht in der strikten Trennung des logischen vom physischen Infrastruktur- und Anwendungs-Management. (Gregor Henger)
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