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Mittwoch, 23.05.2012
SAP will für 4,3 Milliarden Dollar Ariba kaufen

Das Online-Beschaffungsnetzwerk für Firmen von Ariba ist SAP mehrere Milliarden wert. Ein Gegenangebot von einem anderen Player - Oracle? - ist nicht auszuschliessen.
 
Der deutsche Softwarekonzern SAP steht vor der nächsten Milliardenübernahme. Der Walldorfer ERP-Riese beabsichtigt, das kalifornische Unternehmen Ariba zu kaufen - für insgesamt 4,3 Milliarden US-Dollar. Dies gab SAP am Dienstagabend bekannt. Der Verwaltungsrat von Ariba hat der Akquisition bereits zugestimmt, es fehlt aber noch die Zustimmung der Kartellbehörden und Aktionäre. Der Abschluss der Transaktion wird für das dritte Quartal 2012 erwartet.
 
SAP will nach dem erhofften Abschluss des Deals alle cloud-bezogenen Beschaffungslösungen von SAP unter Ariba vereinen. Das bestehende Management von Ariba werde das Unternehmen weiter führen, schreibt SAP in der Mitteilung. Ariba-CEO Bob Calderoni soll in das Global Managing Board von SAP berufen werden. Ariba soll eine eigenständige Geschäftseinheit von SAP mit dem Namen "Ariba, ein Unternehmen der SAP" werden.
 
Ein Netzwerk für Käufer und Verkäufer
SAP bezeichnet Ariba in einer Mitteilung als "führenden Anbieter cloud-basierter Handelsnetzwerke." Mit einem Umsatz von zuletzt 444 Millionen Dollar sieht sich das 1996 gegründete Unternehmen, das 2600 Personen beschäftigt, hinter Salesforce.com als weltweit zweitgrössten Anbieter von Software as a Service, oder wie man heute sagt: Cloud-Software. Das Unternehmen betreibt eine webbasierte Handelsplattform für weltweit tätige Firmenkunden wie Wal-Mart, Walt Disney, die Deutsche Bank oder Siemens. Die Plattform ermöglicht den Firmen einen Austausch mit ihren Lieferanten, wurde bislang aber vor allem in Nordamerika genutzt. SAP sieht nun aber grosse Wachstumsmöglichkeiten in China, dem Nahen Osten oder Lateinamerika. Ausserdem will SAP selbstverständlich den fast 190'000 SAP-Kunden einen Zugang zum Online-Netzwerk von Ariba anbieten. SAP möchte gemäss Mitteilung dadurch zum "führenden Geschäftsnetzwerk" werden.
 
Der Kauf von Ariba durch SAP kann als Angriff auf den US-Rivalen Oracle gedeutet werden. Da Ariba einer der strategischen Player auf dem Markt für Cloud-Lösungen ist und alle grossen Softwarehersteller auf diesen Trend setzen, ist ein Gegenangebot nicht auszuschliessen - eventuell sogar durch Oracle. Auf die Möglichkeit eines Gegenangebots angesprochen sagte SAP-Co-Chef Bill McDermott heute an der SAP-Hauptversammlung in Mannheim: "Das weiss man nie. Ich denke aber, wir haben einen fairen Preis geboten." (mim)
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