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Montag, 11.06.2012
Zehn Todsünden beim App-Bau

Eine gute Web-App ist noch lange keine gute mobile App, sagt Gartner.
 
"Wenn sie gut gemacht sind, können mobile Apps die Kommunikationsmöglichkeiten mit Kunden erweitern. Wenn sie schlecht sind, können sie das Image einer Kundendienstabteilung aber auch schnell zerstören." Diese wohl wahren Worte stammen von Johan Jacobs, Experte für Apps beim Marktforschungs- und Beratungsunternmehmen Gartner. In der Eile, möglichst schnell möglichst viele "Apps" zu lancieren, vernachlässigen aber viele Unternehmen eine sorgfältige, den Vor- und Nachteilen einer App auf einem kleinen, aber dafür berührungsempfindlichen Bildschirm angepasste Planung. Und sie vergessen, dass man eine gute Web-Seite nicht einfach 1:1 zur App ummodeln kann.
 
Der Marktforscher hat darum eine Liste der zehn gröbsten-Fehler, die man seiner Meinung nach bei der App-Konzeption begehen kann, zusammengestellt.
  1. Drei-Mal-Klick/Drück-Regel missachten
User sollten in einer mobilen App nie mehr als drei Mal etwas anklicken beziehungsweise einen Button drücken müssen, um zu einer von ihnen gewünschten Fuktion zu gelangen. Wenn es mehr Klicks brauche, schrecke das viele User ab, so Gartner.
 
2. Ergonomische Fehler, vor allem bei Texten
Webcontent, der auf einen Notebook-Bildschirm passt, passt nicht unbedingt auch auf den kleinen Screen eines mobiles Geräts. Inhalte müssen oft geändert beziehungsweise vereinfacht werden.
 
3. Usergewohnheiten missachten
User haben sich oft bestimmte Bedienungsweisen für ihr Gerät angewöhnt. Apps sollten die Anwender nicht zwingen, diese zu ändern. Wer beispielsweise "Autocomplete" abgestellt hat, mag die Funktion offensichtlich nicht. Eine App sollte solche Einstellungen beachten.
 
4. Grundlegende Sicherheitsregeln missachten
Mobile Apps müssen wie normale Apps Security-Regeln beachten. Userauthentisierung, Verschlüsselung und sichere Logins sollten Teil der Architektur jeder App sein.
 
5. Versteckte Navigation
Um die Navigationselemente auf Standardwebsites, beispielsweise den "Zurück"-Button, zu erreichen, müssen mobile User oft viel scrollen, nach unten oder oben oder sogar seitwärts. Navigationselemente sollten bei mobilen Apps und Seiten jederzeit sichtbar bleiben.
 
6. Die wichtigsten Funktionen vergraben
Auch wenn man Regel 1 beachtet hat: Die allerwichtigsten Funktionen einer App sollten auch ganz oben in der Navigationshierarchie, möglichst schon über den Startscreen, erreichbar sein.
 
7. Unleserlicher Text, schlechte Grafiken
Viele mobile Geräte haben auch heute noch keine hohen Bildschirmauflösungen. Wenn man auf solchen Geräten zuviel Text auf einem Bildschirm oder zu grosse Bilder präsentieren will, wird das Resultat oft unleserlich oder unansehnlich.
 
8. Eingabefehler, die man schwer zurücknehmen kann
Auf vielen Smartphones ist es ziemlich diffizil, den Cursor genau dort in einem Wort zu platzieren, wo man etwas falsch geschrieben hat. Apps sollten deshalb zwei verschiedene "Zurück"-Buttons haben, einen, der Geschriebenes gleich löscht und einen, der nur den Cursor verschiebt.
 
9. "Mobilität" vergessen
Mobile Geräte sind – eben mobil. User brauchen sie oft auch im Freien, wo aber beispielsweise Sonnenlicht die Leserlichkeit stark einschränkt. Apps können dem angepasst werden, zum Beispiel indem die wichtigen Texte fetter dargestellt werden.
 
10. Unvollständige Eingaben "vergessen"
Auch auf einem normalen PC nervt es, wenn man schon gemachte Eingaben wiederholen muss, weil man die Seite verlassen oder einen Fehler gemacht hat. Auf Smartphones ist das noch schlimmer. Mobile Apps sollten zudem unvollständige Eingaben auch dann speichern, wenn dem Gerät der Strom ausgeht oder wenn es der User abstellen muss. (Hans Jörg Maron)
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