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Donnerstag, 14.06.2012
Neuer Swisscom-GAV steht – Gewerkschaft sehr zufrieden

Höherer Mindestlohn, mehr Ferien für ältere Mitarbeitende. Swisscom IT-Services und Cablex haben in Zukunft eigene GAVs.
 
Swisscom hat sich mit seinen Sozialpartnern, der Gewerkschaft Syndicom und dem Personalverband Transfair, auf neue Gesamtarbeitsverträge (GAV) für Swisscom, Cablex und Swisscom IT Services – neu laufen diese getrennt - sowie einen neuen Sozialplan geeinigt. Der Sozialplan gilt für alle drei Unternehmen. Die Abkommen sollen ab 2013 für mindestens drei Jahre gelten. Das Verhandlungsergebnis muss zwar noch von den Entscheidungsgremien der beiden Sozialpartner bestätigt werden, man kann aber davon ausgehen, dass sie zustimmen werden.
 
Der neue GAV, dem gegenwärtig rund 14'000 Swisscom-Angestellte unterstellt sind, enthält diverse Verbesserungen der Anstellungsbedingungen. Der Mindestlohn wurde auf 52'000 Franken pro Jahr erhöht. Angestellte ab fünfzig haben neu 27 Ferientage zugut. 2015 soll die Altersgrenze dafür zudem auf 45 Jahre fallen. Der Mutterschaftsurlaub wurde um eine Woche auf 17 Wochen erhöht. Bei Krankheit und Unfall zahlt Swisscom neu zwei Jahre lang den vollen Lohn. Daneben gibt es weitere Verbesserungen bei der Arbeitszeit für Teilzeitmitarbeitende und Mitarbeitende ab dem 58. Altersjahr und einen bezahlten Absenztag für "Corporate Volunteering"-Einsätze.
 
"Das ist einer der besten Verträge, den wir bisher aushandeln konnten", freut sich Giorgio Pardini, Geschäftsleitungsmitglied der Gewerkschaft Syndicom, im Gespräch mit inside-it.ch. Im neuen Vertrag sei neben genannten Verbesserungen unter anderem auch die kontinuierliche Aus- und Weiterbildung der Angestellten verankert worden, eine äusssertst wichtige Sache für dioe Mitarbeitenden einer so dynamischen Branche wie der Telekommunikation, so Pardini. Auch das Informations- und Mitwirkungsrecht der Gewerkschaften sei verbessert worden.
 
Signalwirkung?
Zur Einigung gehört wie bereits erwähnt, dass die beiden Swisscom-Töchter Swisscom IT Services und Cablex zukünftig einen eigenen GAV haben und auch eigene Lohnverhandlungen führen können. Die Gewerkschaften haben Swisscom zudem Flexibilität in Sachen Vertragsverhandlungen bei Expansionen zugestanden. Neu übernommene Gesellschaften sollen erst nach zwei bis drei Jahren über eine GAV-Lösung verhandeln müssen.
 
Beim GAV für IT Services wurde das Lohnsystem innerhalb der IT-Services-Gruppe vereinfacht und harmonisiert. Bei der im Netzbau tätigen Cablex wurden die Anstellungsbedingungen an die Branche angepasst, insbesondere bei der Arbeitszeit, heisst es in der Mitteilung. Ansonsten sind die ausgehandelten GAVs der beiden Töchter laut Pardini "praktisch identisch" mit dem Swisscom GAV. Es sei aber positiv, findet Pardini, dass die beiden in einem jeweils eigenen, von der Muttergesellschaft abweichenden Umfeld tätigen Töchter für die Zukunft einen eigenen GAV erhalten.
 
Der Gewerkschaftsvertreter erhofft sich zudem, dass von den Swisscom GAVs nun auch eine "Signalwirkung" auf andere Konkurrenten ausgeht, die sich bisher nicht an GAVs orientierten. (Hans Jörg Maron)
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