IPv6 erschwert Internet-Überwachung

Durch das riesige Datenvolumen auf IPv6 könnte die Überwachungsarbeit der Geheimdienste ins Schwanken geraten.
 
Das FBI hat Angst vor der Umstellung des Internet-Protokolls von der Version vier auf die Version sechs. Der Übergang auf IPv6 könnte berechtigte Strafermittlungen erschweren, weil sich die Zuweisung von Mailadressen schwieriger gestalten wird, wie 'cnet.com' schreibt. Auch die Broadband Internet Technical Advisory Group (BITAG), der neben ISPs wie AT&T, Comcast oder Time Warner Cable auch Google und Microsoft angehören, gibt dem FBI Recht: Das neue Protokoll werde "die Fähigkeiten der Service Provider beeinträchtigen, berechtigte Anfragen von Strafverfolgern zügig zu beantworten."
 
Gegenüber 'News.com' äusserte sich ein FBI-Sprecher folgend: Man werde für künftige Ermittlungen wohl "zusätzliche Werkzeuge" entwickeln müssen. Dieses Statement besagt wohl, warum das FBI im Bundesstaat Virginia ein neues Cybercrime-Zentrum namens "Domestic Communications Assistance Center" realisiert hat. Hier liege die Brutstätte der Lösungen, um mit neuen Technologien Schritt halten zu können, schreibt 'Zdnet.de'.
 
"Das Volumen ist einfach zu gross"
Die (noch) aktuelle Version IPv4 ist mit einem Adressraum von knapp 4,3 Milliarden Adressen (2^32 = 256^4 = 4.294.967.296) fast ausgeschöpft. IPv6 definiert einen weit grösseren Adressraum: Er enthält nämlich 2^128 Adressen oder 340 282 366 920 938 463 463 374 607 431 768 211 456 Adressen, also rund 340,28 Sextillionen.
 
Laut 'Zdnet.de' müsste der ISP in der Übergangszeit nicht nur die IP-Adresse selbst, sondern auch die Portnummer speichern, um bei einer Anfrage zu einer Person die IP-Adresse rückverfolgbar zu machen. Eine solche Vorratsspeicherung von Verbindungsdaten sei aber weder vorgeschrieben und noch zumutbar für kleine ISPs, denn sie stellen ein technisches Problem dar. Dazu äusserte sich Brett Glass, Eigentümer eines weiteren Providers gegenüber 'News.com' so: "Das Volumen ist einfach zu gross". (hal)