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Montag, 18.06.2012
Heisswassercomputer auf Hochtouren

supermuc leipzig
Der mit heissem Wasser gekühlte "SuperMUC" des deutschen Leibniz-Rechenzentrums ist neu der schnellste Supercomputer in Europa. Der konventionelle "Sequoia" ist aber noch viel schneller.
 
In der Liste der 500 schnellsten Supercomputer der Welt, die halbjährlich erscheint, gibt es einen neuen Spitzenreiter: Der "Sequoia" genannte Supercomputer des Lawrence Livermore National Laboratory in den USA, ein BlueGene/Q-System von IBM, hat eine Spitzenleistung von 16,32 Petaflops erzielt. Damit ist er rund 50 Prozent schneller als der bisherige Spitzenreiter, der japanische "K Computer" von Fujitsu.
 
Der neu schnellste Supercomputer Europas liegt auf Platz vier der Weltrangliste und ist ebenfalls wieder ein IBM-Modell, der "SuperMUC" (Foto) des Leibniz-Rechenzentrums (LRZ) in Garching in der Nähe von München. SuperMUC erreicht laut IBM eine Spitzenleistung von rund 3 Petaflops, und ist mit einer am IBM-Forschungszentrum in Rüschlikon entwickelten Warmwasserkühlung ausgerüstet. Dies ist der erste Einsatz dieser Kühltechnologie in einem kommerziellen System.
 
Die Aquasar-Kühlung soll helfen, Strom zu sparen. "Seit diesem Jahr müssen staatlich finanzierte Institutionen in ganz Deutschland ihren Strom aus 100% erneuerbaren Energiequellen beziehen. SuperMUC wird uns dabei helfen, unsere Verpflichtung einzuhalten, während wir der wissenschaftlichen Gemeinschaft ein Höchstleistungssystem zur Verfügung stellen können, um Theorien, Designexperimente und Ergebnisvorhersagen zu testen", erlätert Prof. Dr. Arndt Bode, Vorsitzender des Direktoriums des LRZ.
 
Gemäss IBM verbraucht SuperMUC insgesamt rund 40 Prozent weniger Strom als ein vergleichbares luftgekühltes System. Die Wasserkühlung soll einerseits durch ihr neuartiges Konzept, bei dem das Wasser über Mikrokanalkühler direkt die Chips selbst kühlt, weniger Strom verbrauchen als andere Wasserkühlungen oder Luftkühlungen. Das dabei entstehende heisse Wasser kann zudem zur Gebäudeheizung verwendet werden. (Hans Jörg Maron)
 
(Foto: IBM)
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