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Mittwoch, 20.06.2012
Holprige SAP-Einführung bei Huber+Suhner

Der Pfäffiker Kabelhersteller Huber+Suhner hat offenbar noch immer Mühe mit der Einführung eines SAP-Systems. Das Unternehmen hatte sich bereits Anfang 2010 während eines laufenden Projekts vom Implementierungspartner IMG (S&T) getrennt. Nun führte die Implementierung von SAP zu verzögerten Auslieferungen, wie der 'Zürcher Oberländer' heute schreibt.
 
Huber+Suhner-CEO Urs Kaufmann sagt in dem Artikel: "Es ist eine unschöne Situation, zugegeben." Seit Anfang Mai sei das Unternehmen mit den Auslieferungen im Rückstand. Faktisch bedeute die vorübergehende Verschlechterung einen Rückstand beim Mai-Output von einem halben Monat. Bis dieser aufgeholt sei, dürften trotz riesigem Engagement seitens der Mitarbeitenden mehrere Wochen verstreichen.
 
Trotz zweijähriger Vorlaufzeit ging das IT-Projekt nicht ohne Probleme über die Bühne: "Wir haben gehofft, dass es bei uns besser läuft als bei anderen Unternehmen, die ein ähnlich grosses Vorhaben realisiert haben", sagt Kaufmann. "Und dass zwei bis drei Wochen nach dem Start wieder Normalzustand einkehrt", so der CEO im 'Zürcher Oberländer'. Beide Hoffnungen hätten sich aber nicht erfüllt. Bis Anfang dieses Jahres hatte Huber+Suhner Baan (Infor) im Einsatz, einzig im Personalwesen lief bereits SAP.
 
Im Formel-1-Cockpit
Die Zeitung hat darüber hinaus noch mit weiteren Firmen über holprige Einführungen gesprochen. So meint etwa Jochen Nutz, CFO des Schwerzenbacher Klima- und Fertigungstechnikkonzerns Walter Meier: "Überall, wo ich in dieser Zeit angestellt war, hat man mit SAP gearbeitet. Und gekämpft." Oft merke man erst im praktischen Betrieb, dass man gewisse Prozesse nicht fertig durchdacht habe, so Nutz. "Bei uns hat sich das nach der Einführung in Nacharbeiten und einem erhöhten Personalaufwand in der Auftragsabwicklung manifestiert."
 
Trotz Schwierigkeiten betonen die Manager, dass man nach einer ersten Einführung kaum auf SAP verzichten könne. "Kunden bestellen Produkte über das System und bezahlen ihre Rechnungen auf demselben Weg", sagt Nutz. "SAP ist zum tragenden Pfeiler ganzer Produktionsketten geworden."
 
Erst kürzlich hatte die 'Handelszeitung' berichtet, dass bei jedem dritten Unternehmen bei der Einführung von SAP etwas schieflaufe. Meistens liegt es daran, dass die individuellen Anpassungen nicht genügend protokolliert sind. Im 'Zürcher Oberländer' bringt Huber+Suhner-CEO Kaufmann seine Erfahrung mit SAP auf den Punkt: "Ersetzt man ein altes System mit einer ¬Lösung wie SAP, ist das, als würde man den Platz hinter dem Lenkrad eines VW Polo gegen ein Formel-1-Cockpit eintauschen. Anfangs rumpelt es beim Fahren. Aber wenn man die Steuerung erst einmal beherrscht, ist man wesentlich schneller und agiler unterwegs." (mim)
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