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Dienstag, 26.06.2012
Kann Stephen Hawkings Gehirn "gehackt" werden?

Wissenschaftler der Universität Stanford versuchen seit einiger Zeit, ein Gerät zu entwickeln, das es Stephen Hawking ermöglichen könnte, direkt mit der Kraft seines Gehirns mit der Umwelt zu kommunizieren. "Wir wollen einen Weg finden, um seinen Körper zu umgehen, und uns sozusagen direkt in sein Gehirn hacken", erklärt der Teamleader Dr. Phillip Low gegenüber dem 'Telegraph'.
 
Mit dem Gebrauch des nicht wirklich zutreffenden Worts "hacken" und natürlich vor allem mit Stephen Hawking als Testperson, dem in der allgemeinen Öffentlichkeit bekanntesten Physiker unserer Zeit, schaffen die Wissenschaftler viel Aufmerksamkeit für ihr Anliegen. Dieses hat allerdings, wie ähnliche Projekte weltweit, auch Aufmerksamkeit verdient: Es geht darum, neue technologische Möglichkeiten zu schaffen, damit sich auch sehr schwer behinderte Menschen mit ihrer Umwelt verständigen können.
 
Das Team um Phillip Low versucht dies mit einem fortschrittlichen und leichtgewichtigen Gerät zur Aufzeichnung von Gehirnwellen, das als eine Art Stirnband getragen werden kann, zu erreichen. Dabei geht es keineswegs um direktes "Gedankenlesen", aber immerhin um einen Weg, Gedanken allein über Hirnwellen mitzuteilen.
 
Die Idee ist, dass sich Hawking bestimmte Tätigkeiten vorstellt, beispielsweise seine Hand zur Faust zu ballen. Das dabei entstehende Muster der Hirnwellen kann, nach einigem Training von Hawking als auch der Software selbst, zuverlässig wieder erkannt werden. Solche erkennbaren Muster werden dann mit Buchstaben oder Wörtern verbunden. Die imaginäre geballte Faus könnte also beispielsweise bewirken, dass auf einem Bildschirm das Wort "Hallo" auftaucht.
 
Die Forscher hoffen, mit erkennbaren Gehirnwellenmustern in Zukunft eine ganze Bibliothek von Buchstaben, Wörtern und Sätzen aufbauen zu können. Möglicherweise wird Stephen Hawking nächsten Monat an einer Konferenz in Cambridge die bisherigen Fortschritte höchstpersönlich demonstrieren.
 
Hawking kann aufgrund einer schweren chronischen Krankheit seit 30 Jahren nicht mehr sprechen und immer weniger Muskeln in seinem Körper bewegen. Gegenwärtig erzeugt er seine berühmte Computerstimme, in dem er mit Bewegungen seiner Wange, die von einem Infrarotsensor aufgenommen werden, Wörter auf einem Bildschirm auswählt. (hjm)
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