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Dienstag, 03.07.2012
"Apps sind das nächste grosse Angriffsziel"

Enrique Salem Symantec
Im Interview mit inside-it.ch: Symantec-CEO Enrique Salem über die Konkurrenz, Daten als das neue Erdöl und darüber, warum die Besitzer von mobilen Geräten in Zukunft vorsichtiger sein sollten.
 
Herr Salem, nach den verheerenden Tornados im Mittleren Westen der USA dieser Tage kam es wie so oft zu Stromausfällen. Davon waren auch einige, sogar namhafte, Cloud-Anbieter betroffen. Diese mussten daraufhin ihre Services über mehrere Stunden stoppen. Ist das erst ein Vorgeschmack auf das, was uns bei der steigenden Verbreitung der Cloud zukünftig noch drohen wird?
 
In der Tat wechseln wir durch die Cloud zu einer gänzlich neuen IT-Architektur. Und diese müssen wir glaubwürdiger machen und darüber hinaus hoch verfügbar. Dazu können gerade wir von Symantec mit unserer Veritas-Technologie einen entscheidenden Beitrag leisten...
 
...Veritas, ausgerechnet diejenige Akquisition, von der manche Analysten mittlerweile sagen, sie hätte Symantec zu wenig Synergie-Effekte gebracht und müsse rückgängig gemacht werden?
 
Exakt diese Veritas, ja. Und das Argument mit dem Mangel an Synergie ist, mit Verlaub, Unsinn!
 
Warum?
 
Ich nenne Ihnen ein paar Zahlen: 70 Prozent unseres Umsatzes erzielen wir im Enterprise-Bereich, 30 Prozent im Consumer-Bereich. Wir berichten im Enterprise-Bereich in zwei Segmenten an die Wall Street, einmal SSMG (Storage and Server Management) und Security & Compliance. Und in SSMG, zu dem Veritas gehört, haben wir in den vergangenen 12 Monaten drei Milliarden Dollar Umsatz gemacht. Das bei einem Gesamtumsatz im Enterprise-Sektor von fünf Milliarden – und dieser Bereich wächst weiter. NetBackup ist der am schnellsten wachsende Bereich unseres Unternehmens, also ist das ziemlicher Nonsens, dass wir mit Veritas keine Synergie erzielen.
 
Das heisst auch, dass der Strategiewechsel Ihres Unternehmens, der in jüngster Zeit kolportiert wurde, ebenso falsch ist?
 
Exakt. Es wäre auch ein Widerspruch zum Marktgeschehen. Sehen Sie: Es gibt zwei Wege, den Unternehmensdaten zu schaden: einmal durch Datenverlust wie etwa durch einen Stromausfall und zweitens dadurch, dass sie ein Cyberkrimineller stiehlt. Und für beide Fälle sind wir eindeutig positioniert. Wir haben sowohl Backup und Disaster Recovery im Angebot als auch IT-Security – anders als unser Wettbewerb.
 
Und zwar?
 
Schauen sie sich etwa McAfee beziehungsweise Intel an. IT-Sicherheit ist dort im Portfolio vorhanden, aber kein Backup und Recovery. Oder EMC, die sind im Bereich Storage und Backup gut unterwegs, aber dadurch, dass sie nur die Sicherheitskomponenten von RSA im Portfolio haben, bestehen Lücken im Angebot. Und das erkennen auch unsere Kunden.
 
Inwiefern?
 
Indem bei ihnen die Erkenntnis gereift ist, dass Daten sozusagen das neue Erdöl sind. Daten sind die neue Währung dieses Millenniums, sie sind wertvoll. Und wir helfen ihnen dabei, diese zu schützen, gegen Katastrophen und Kriminelle. Und das ist das, was die Kunden wollen, gerade im Zeitalter der Cloud.
 
Es wäre aber doch sicher zu kurz gesprungen, wenn sich Symantec ausschliesslich auf diese beiden Bereiche konzentrieren würde. So ist doch etwa mit dem Flame-Virus eine ganz neue Art von Bedrohung entstanden, oder?
 
Richtig, und auch darauf sind wir vorbereitet. Unsere Reputation-based Security ist sowohl im Consumer- als auch im Enterprise-Umfeld die beste Lösung, um sich gegen derlei Angriffe abzusichern.
 
Das ist eine Sache, die andere ist der wachsende Trend, dass Angestellte ihre mobilen Geräten auch im Unternehmen verwenden. Stichwort "Bring your own device". Was erwarten sie hier?
 
Unser Ansatz ist hierbei, nicht nur die Geräte abzusichern, sondern vor allem auch die darauf installierten Programme, unser Ansatz ist also applikationszentriert. Im App Store gibt es mittlerweile eine halbe Million Apps, ebenso mehrere hunderttausend bei Google Play, da ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis Cyberkriminelle diese Apps massiv attackieren werden. Wir wissen noch nicht, wann dieser Angriff stattfinden wird, aber er wird stattfinden, auf jeden Fall. Apps sind das nächste grosse Angriffsziel.
 
Wie sind Ihre Erwartungen an den ausseramerikanischen Markt, speziell die Schweiz?
 
Der Schweizer Markt gehört zu den technisch differenziertesten Märkten, die wir bedienen. Datenschutz und der Schutz der Unternehmensinformationen ist hier sehr ausgeprägt. Die regulatorischen Vorgaben hier gehören für mein Empfinden zu den striktesten in Europa wenn nicht sogar weltweit. Und genau in diesem Bereich erwarte ich weitere Investitionen von den hiesigen Unternehmen. Die grossen Schweizer Banken etwa agieren auf der technischen Ebene mit sehr viel Klugheit, wie sie die Unternehmensinformationen schützen. (Interview: Sven Hansel)
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