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Freitag, 06.07.2012
Leider Nein (mit 83% Frauen)

Informatik Frauen
Mehr Frauen in der Informatik? Ist doch kein Problem - man(n) muss nur an die richtigen Partys gehen...
 
Da redet man sich in der helvetischen IT-Szene seit Jahren den Mund fusslig und diskutiert an Roundtables, Podien, Experten- und Hintergrundgesprächen die Frage, warum sich so wenig junge Leute für eine Karriere in der Informatik entscheiden. Jeweils gegen Ende des Roundtables, Podiums oder Expertengesprächs erklimmt man den Gipfel der Tiefschürferei und kommt zu den bahnbrechenden Erkenntnissen, dass erstens die Medien schuld sind, zweitens die Kunst des Programmierens ab sofort schweizweit in jeder Krippe jeweils eine Viertelstunde vor dem Mittagsschlaf gelehrt werden und die Branche drittens dringend mehr Frauen gewinnen müsse. Bei dieser Erkenntnis endet dann jeweils das Roundtable, Podium oder Expertengespräch und man begibt sich zum Apéro riche (Hackfleischbälleli und frittierte Crevetten aus Bangladesh), wo man bei einem Glas Weisswein die wirklich wichtige Frage diskutiert: "Wie kriegen wir die Weiber rum?"
 
Dabei wäre es so einfach - man muss nur an die richtige Party gehen, wie obiges, exklusives Foto zeigt: Programmierer Andreas K. ist erfreut, an der inside-it.ch-Party endlich fünf gescheite, hoch qualifizierte, junge, attraktive, technologievernarrte Kolleginnen gefunden zu haben. V.l.n.r: Cobol-Programmiererin Anna K., Very-Big-Data-Expertin Josefine B., Andreas K., Unusability-Spezialistin und Frontend-Programmiererin Annette Z., J2EE-Ajax-Scrum-SOA Masterin Maya B. und Business-Intelligence-Gura Hanna L.
 
Das sind im Fall 83,33 Prozent Frauenanteil: Hat jemand "Frauenmangel" gesagt?
 
Kein Mangel, sondern etwas zuviel eruierte die Stadtpolizei Zürich, die um 21.20 - Rekord! Rekord! - unsere schöne Party am verkehrsverstopften und dauerlärmgeplagten Sihlquai besuchte und uns ultimativ mit Räumung und Strafverfolgung bedrohte, sollten wir nicht sofort die brutale Beschallung des gegenüberliegenden Ufers der Limmat einstellen, was wir natürlich gerne und sofort taten. Es wäre doch rein von der Effizienz des Einsatzes der Steuermittel her gesehen nicht angebracht gewesen, dass die uniformierten Angestellten der Stadt Zürich die nicht uniformierten Angestellten der Stadt Zürich, des Kantons, des Bundes, der staatsnahen Betriebe (Swisscom, Post, SBB) sowie ein paar Gemeinde- und NationalrätInnen manu militari aus dem Arte Cotta auf den Sihlquai geworfen hätten. Ausgerechnet auf den Sihlquai!
 
Weder zu hoch noch zu tief, sondern gerade etwa richtig lag gestern Abend in Züri 5 der IT-Gerüchtepegel. Man (und frau) sprach an allen Ecken und Enden über Insieme und was nun wohl noch kommen werde, erzählte von einem weiteren riesigen Outsourcing-Deal einer Grossbank mit Indien, wusste, dass Swisscom das Kernbankensystem der Zuger KB betreiben darf, welcher Distributor zum Verkauf steht und welcher IT-Promi sich in Scheidung befinde und forderte den Schreibenden auf, doch unbedingt den Verwaltungsrat der Firma X mal genauer unter die Lupe zu nehmen. Und wir wunderten uns, wie intensiv und lange eigentlich erbitterte Konkurrenten und eigentlich verfeindete ehemalige GeschäftspartnerInnen in tiefe Gespräche versinken können.
 
Nicht wirklich überraschend ist hingegen die Tatsache, dass die Journalisten den seit vielen Jahrzehnten immer wieder tobenden Wettkampf um den Titel "Leber des Abends" gegen die PR-Leute einmal mehr gewannen. Aber es war knapp. (Christoph Hugenschmidt)
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