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Freitag, 03.08.2012
Leider Nein (Folge mit Seestern)

Und hier noch unsere Freitagabend-Nachricht.
 
Sport Sport Sport Sport. Erst war die Fussball-Europameisterschaft, samt den Hup- und Ras-Orgien in der Festhütte der Nation, die früher einmal "Aussersihl" geheissen hat und ein verrufenes Quartier war, in das sich manche nur mit verriegelten Autofenstern wagten. Kaum war der Herumfräs-und-Oléoléolé-Gröhl-Spuk vorbei, gabs täglich Meldungen von der Tour de France und noch vor deren Ende auch schon das grosse Londoner Tontauben-Schiess-Turnier. Wie hiess es in Monty Pythons Flying Circus zum Thema TV-Programm? "And for those of you who prefer drama - there's sport."
 
Dabei gäbe es doch wirklich wichtigere Themen, zum Beispiel das Drama der von ruchlosen Räubern gejagten Austern, die von blutrünstigen Seesternen verfolgt (Austern haben bekanntlich etwas Mühe mit der Fortbewegung) aufgeknackt und ausgeschlürft werden. Die Seesterne sind also für die lieben ostréiculteurs von Gujan-Mestras etwa das, was der Wolf für Walliser Subventions- äh Schafzüchter sind: Der Feind. Allerdings kann man mit Seesternen nicht umgehen wie man dies im Wallis mit Meister Isegrim tut: Seesterne gehen nie auf Strasse und können deshalb nicht einfach überfahren werden und abknallen ist auch nicht ganz einfach. Auf jeden Fall habe ich in Gujan-Mestras keinen einzigen ostréiculteur mit Harpune getroffen, wohl aber einen mit Serviertablett, auf dem die besten Austern der Welt in Cabane 155 im Port Larros (der dritte von sieben Häfen von Gujan-Mestras) der geneigten Kundschaft gebracht werden, damit diese nicht allzu eifersüchtig auf gefrässige austernaufbrechende Seesterne sein müssen. Mag man oder frau keine schlüdrigen Muschelinnereien, so ist besagter ostréiculteur von Le Routioutiou übrigens durchaus auch bereit, ein rechtes Stück baskischen Paté zu servieren.
 
Letztere ist äusserst nahrhaft, was sie auch sein muss, denn Basken sind entweder Fischer oder Schafhirten, beides Tätigkeiten die einen hohen Kalorienbedarf verursachen - zumal die baskischen Brébis den Ruf haben, äusserst eigensinnig, dafür weniger subventionsträchig als ihre Walliser Schwestern zu sein. Da würde ein Gemüsesüppchen zur Stärkung des gemeinen Basken wohl nicht reichen, obwohl die "Cancellara Bouillon" doch besonders geeignet ist, um "um sich nach dem Wettkampf zu regenerieren", wie Fäbu schreibt. "Die herrlich duftende, fettfreie Gemüsebouillon wurde in Zusammenarbeit mit Fabian Cancellara entwickelt und ist auf die Bedürfnisse von Radfahrern abgestimmt. Praktisch, dass sie sowohl mit kaltem als auch mit warmen Wasser angerührt werden kann!"
 
Dann aber doch lieber Cabane 155. (Christoph Hugenschmidt)
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