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Dienstag, 14.08.2012
Farbdruck erreicht ultimative Auflösung

Neues Verfahren stösst an physikalische Grenze.
 
Wissenschaftler am A*Star-Institute of Materials Research and Engineering der Agency for Science, Technology and Research in Singapur haben ein Verfahren entwickelt, das Farbdruck mit der höchsten theoretisch möglichen Auflösung erlaubt. Statt auf Tinte, setzen sie dabei auf metallische Nanostrukturen, um 100'000 DPI (dots per inch, Masseinheit für die Auflösung im Druck und anderen Wiedergabesystemen) zu erreichen - ein Wert, der aufgrund der Lichtbeugung nicht überboten werden kann. Der Ansatz hat den Forschern zufolge auch in ganz anderen Bereichen Potenzial, etwa bei optischen Speichermedien.
 
Scheibchen am Limit
Der deutsche Physiker Ernst Abbe hat 1873 seine Theorie der optischen Auflösungsgrenze veröffentlicht, die bis heute gilt. Demnach können aufgrund der Lichtbeugung zwei Objekte nur dann unterschieden werden, wenn sie mindestens eine halbe Wellenlänge voneinander entfernt sind. Im optischen Bereich bedeutet das, einen Abstand von etwa 250 Nanometern - für den Druck also der Mindestabstand zweier Bildpunkte. Das entspricht eben jenen 100'000 DPI, die das Team aus Singapur nun erreicht hat. Das ist eine zehnmal höhere Auflösung als bei hochklassigen Tintenstrahl- oder Laserdruckern.
 
Möglich macht dies ein neuartiger Ansatz: "Anstatt verschiedene Farbstoffe zu verwenden, haben wir die Farbinformation in der Grösse und Position winziger Metallscheiben gespeichert. Diese Scheiben interagieren durch das Phänomen der Plasmonenresonanz mit Licht", erklärt Teamleiter Joel Kwang. Mehrere Scheiben der richtigen Grösse und Anordnung ergeben so einen Bildpunkt bestimmter Farbe, ein Bild besteht dann aus einer Vielzahl dieser nanostrukturierten Pixel.
 
Drucken und mehr
Die Forscher haben ihren Ansatz, der aktuell im Magazin Nature Nanotechnology vorgestellt wird, zum Patent angemeldet. Laut A*STAR wird derzeit nach möglichen Partnern und Lizenznehmern für die Verwertung der Technologie gesucht. Dabei ist der Farbdruck mit höchster Auflösung ein Thema, doch ortet das Team diverse andere mögliche Anwendungen. Das umfasst beispielsweise die Nutzung als eine Art Nano-Wasserzeichen und somit Sicherheitsmerkmal, die Herstellung von Farbfiltern oder neuartige reflektive Displays. Zudem könnten derartige Nanostrukturen für extrem hohe Datendichten bei DVD-ähnlichen Speichermedien sorgen. (pte)
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Kommentare:
Daniel Christinat 15.08.2012 18:57 Sehr geehrte Kollegen,
 
Ihr aktueller Artikel verwirrt mich. Sie schreiben da meines Erachtens völlig korrekt "… um 100'000 DPI (dots per inch, Masseinheit für die Auflösung im Druck und anderen Wiedergabesystemen) zu erreichen - ein Wert, der aufgrund der Lichtbeugung nicht überboten werden kann."
 
Also sind 100'000 dpi das Mass der Dinge, mehr geht nicht. Hat Herr Abbe schon 1873 so festgehalten.
 
Und trotzdem verweisen Sie denn im Footer des Artikels auf einen anderen Artikel mit dem Titel "Drucken mit 240'000 (!) dpi".
 
Nun, der zweite Artikel vom 1. April 2005 … und im Nachhinein kann ich nun nicht mehr nachvollziehen, ob Sie sich damals einen Aprilscherz erlaubten … oder ob einfach die Headline des heutigen Artikels und die Aussage, dass 100'000 dpi das Maximum seien falsch sind.
 
Können Sie mich bitte aufklären?
 
Mit bestem Dank und freundlichen Grüssen
Daniel Christinat
Hans Jörg Maron 16.08.2012 09:57 @Daniel Christinat
Ihre Anmerkung ist völlig berechtigt. Beim sieben Jahre alten Artikel "Drucken mit 240'000 (!) dpi" ging es allerdings vor allem um eine Grundlagenforschung für Nanotechnoplogie. Für diese Forscher spielte es also wohl keine Rolle, dass ihre "dots" gar nicht optisch voneinander trennbar sind. Zudem muss ich einräumen, dass mir die Sache mit der optischen Auflösungsgrenze damals nicht bekannt war.
 
Beim gestrigen Artikel geht es dagegen anscheinend um eine Technologie, die tatsächlich zum Drucken von "Bildern" für spezielle Einsatzzwecke, beispielsweise zur Datenspeicherung, eingesetzt werden könnte.
 
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