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Montag, 20.08.2012
Mainframes, Modernisierung und wachsende "IT-Schulden"

Die Erneuerung ihrer Applikationslandschaft ist für eine grosse Mehrheit der Mainframe-Besitzer eine Grossaufgabe.
 
Das Beratungsunternehmen Vanson Bourne hat im Auftrag von Micro Focus eine Studie zum Thema der Modernisierung von Mainframe-Applikationslandschaften durchgeführt. An der Studie beteiligten sich weltweit knapp 600 IT-Verantwortliche von Unternehmen, die Mainframes betreiben und mehr als 500 Mitarbeitende beschäftigen.
 
Ein Fazit ist klar: Die Transformation ihrer Applikationslandschaften ist für fast alle Mainframe-Besitzer ein grosses Thema: 87 Prozent der Studienteilnehmer wollen innerhalb der nächsten zwölf Monate mindestens eine Applikation erneuern. Im Vordergrund stehen dabei Applikationen in den Bereichen Human Resources, Business Process Management, Project Portfolio Management, Customer Relationship Management, Finanzen und Enterprise Resource Planning.
 
Der am häufigsten genannte Grund für eine Modernisierung ist Zukunftssicherheit, beziehungsweise die Unterstützung künftiger Innovationen und Unternehmensziele. Konkret geht es dabei oft darum, den mobilen Zugang zu Mainframe-Applikationen zu ermöglichen. Auch ein zukünftiger Betrieb von Mainframe-Applikationen auf Cloud-Infrastrukturen ist ein Anliegen.
 
Weitere genannte Grüde für Applikationsmodernisierungen sind die Reduktion von Hardware- und Softwarelizenzkosten, höhere Verfügbarkeit, Produktivität und Performance, die Optimierung von Prozessen, die Verbesserung der Flexibilität und die Reduzierung der Abhängigkeit von einzelnen Know-how-Trägern.
 
Wachsende "IT-Schulden"
Das Marktforschungsuinstitut Gartner hat vor einiger Zeit den Begriff "IT-Schulden" geprägt Die "IT-Schulden" sind der Betrag, den ein Unternehmen aufwerfen müsste, um alle seine Applikationen gleichzeitig zu erneuern. Laut Gartner wachsen diese IT-Schulden in letzter Zeit schneller, und könnten in einigen Jahren eine veritable "IT-Schuldenkrise" auslösen.
 
Von den an der aktuellen Studie beteiligten Unternehmen haben zwar 87 Prozent Prozesse geschaffen, um ihr Applikationsportfolio zu analysieren und zu bewerten. Trotzdem kann alllerdings knapp die Hälfte die Höhe ihrer IT-Schulden nicht beziffern. Die, die eine Zahl nannten, schätzten die Höhe ihrer IT-Schulden auf durchschnittlich 10,9 Millionen Dollar, wovon etwa 8,5 Millionen Dollar auf Mainframe-Applikationen zurückzuführen seien. Für die nächsten fünf Jahre wird mit einem jährlichen "Schuldenwachstum" von durchschnittlich 9 Prozent gerechnet.
 
"Hände-Weg"-Applikationen und Geister-Applikationen
Wie entscheidet man allerdings darüber, welche Applikation am dringendsten modernisiert werden sollte, wenn man gar nicht genau weiss, was alles auf den Mainframes läuft? Etwas mehr als die Hälfte der Studienteilnehmer räumte ein, dass sie zumindest ein "unklares" Bild ihres Applikationsportfolios hätten.
 
Knapp ein Fünftel gab sogar an, dass es bei ihnen Legacy-Applikationen gibt, bei denen man sich nicht getraut, sie anzufassen, und von denen niemand weiss, wie man sie updaten könnte. Ebenfalls knapp ein Fünftel erklärte, dass es bei ihnen überflüssige "MIPS-Fresser"-Applikationen gebe, die man aber nicht identifizieren und daher auch nicht entfernen könne.
 
Renovieren oder Ersetzen?
Um Applikationen zu erneuern gibt es verschiedene Wege: Entweder versucht man, die bestehende Applikation weiterzuentwickeln und zu modernisieren, oder man verabschiedet sich komplett von der Legacy-Applikation und versucht, sie durch eine Standard-Software oder eine neue Eigenentwicklung zu ersetzen.
 
Von den Studienteilnehmern bevorzugen 46 Prozent die "Renovation" ihrer bestehenden Applikationen. Fast ebensoviele, nämlich 41 Prozent, wählen dagegen grundsätzlich lieber Standard-Software als Ersatz. Die Standard-Software-Anhänger glauben mehrheitlich, dass dieser Weg risikoärmer sei, zu tieferen Betriebskosten führe und die Abhängigkeit von der Verfügbarkeit von Mainframe- und Cobol-Spezialisten reduziere.
 
Auch die Unternehmen, die lieber bestehede Applikationen modernisieren, glauben allerdings, dass dies weniger Risiko berge. Micro Focus ist als Anbieter von Modernisierungslösungen und -Services in dieser Frage klar Partei, und auch die Studienverfasser von Vanson Bopurne verfechten den Standpunkt ihres Auftraggebers. Als Argument führen sie eine Studie der Standish Group an. Laut diesem Papier bleiben 53 Prozent der Projekte zur Modernisierung von Applikationen im vorgesehenen Zeit- und Budgetrahmen und erfüllen die funktionalen Anforderungen. Dagegen seien nur 30 Prozent der Projekte zum Ersatz durch Standard-Software ebenso erfolgreich, und sogar nur 4 Prozent der Projekte, bei denen eine Applikation komplett neu entwickelt wird. (Hans Jörg Maron)
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Kommentare:
T. Schulte 27.08.2012 11:54 Das Thema "Abschaltung von IT-Applikationen" ist sehr interessant. Wir bieten sog. Historisierung von Legacy-Applikationen oder Archivierung nach einem M&A bei unseren Kunden an.
 
Unser Ansatz ist dabei etwas anders; denn wir lösen die Legacy Applikation vollständig durch ein zentrales Archiv mit Recherche-Zugriff ab.
 
Das Thema "Hände weg" erleben wir auch oft; man investiert lieber weiterhin einen bedeutenden Teil des IT-Budgets in die alte Welt anstatt sich mit der Ablösung zu beschäftigen.
 
Meiner Meinung nach ist je nach Case der Ansatz der vollständigen Ablösung aber besser geeignet wie die Modernisierung - die Risiken bei einer Datenmigration (und anschliessender 100% Historisierung mit Recherchezugriff) sehen wir bei unseren Ansätzen als eher kleiner an.
 
Einen guten Überblick zur Historisierung findet man unter Google unter "Archivierung und Abschaltung von IT-Applikationen"…
 
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