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Freitag, 14.09.2012
Scout24 übernimmt Spontacts

Spontacts founders
Erfolg für die Schweizer Startup-Szene. Scout24 übernimmt Markenrechte und Software der Freizeit-App Spontacts und will sie nun in Deutschland massiv promoten. Software-Entwicklung geht nach Deutschland, Gründer sind noch als Berater tätig.
 
Schlechte Medienarbeit kann man dem Zürcher Startup Spontacts nicht vorwerfen. Letztes Jahr berichteten Medien, von der 'SonntagsZeitung' über 'Radio Top' und 'PC Tipp' bis hin zu '10 vor 10' über die neue App von Spontacts, mit der sich Gleichgesinnte zu Freizeitaktivitäten finden können.
 
Dass Spontacts nun aber an den paneuropäischen Internetkonzern Scout24, der der Deutschen Telekom gehört, verkauft worden ist, ist den hiesigen Medien entgangen und wurde auch in Deutschland praktisch nicht zur Kenntnis genommen. Bereits im Juli hat die Scout24-Gruppe "Technologie und Software der Schweizer Freizeit-Community Spontacts erworben" heisst es in einer Medienmitteilung aus München vom 2. August. Wie Spontacts-Mitgründer Christoph Seitz zu inside-it.ch sagte, hat der grosse Internet-Konzern nicht nur die Software, sondern auch die Marke gekauft. Die drei Spontacts-Gründer, Daniel Kästli, Florian Specker und eben Seitz, wechselten hingegen nicht zu Scout24 sondern sind als Berater tätig. Sie haben ihre zwei bisherigen Firmen in der Folge vor kurzem zu Dorungo AG (in Zug) und Dorungo Schweiz GmbH (in Zürich) umgetauft.
 
"Wenn wir gewusst hätten..."
Die Frage, ob er nun reich sei, beantwortet Seitz mit einem Lachen: "Wir sind nun wenigstens teilweise für den Schmerz der ersten Jahre entschädigt worden." Wie Seitz sagt, ist ein Teil des Preises, den die Gründer und die Investoren der ersten Stunde (Thomas Dübendorfer, Adrian Bürer und Eric Schmid) für den Verkauf erhalten, vom zukünftigen Erfolg der Plattform abhängig.
 
Und überhaupt: Wenn er und seine Kollegen gewusst hätten, wie aufwändig und aufreibend die Entwicklung von Spontacts und wie schwierig die Suche nach Geld für die erste Zeit werde, hätten sie das Projekt vielleicht nie gestartet, so Seitz.
 
Marketing-Power für Expansion nach Deutschland
Sie hätten von Anfang an nach einem starken Partner gesucht, denn es sei ihnen klar gewesen, dass sie zuwenig Marketing-Power haben, um Spontacts selbst auf den Markt bringen zu können. Seitz: "Es gibt hunderte von ähnlichen Projekten. Durch unseren 'Mobile-First' Ansatz, haben wir aber einen Vorsprung im Markt. Entscheidend wird sein, rechtzeitig eine kritische Masse an Usern zu gewinnen."
 
Neben der reinen "Traffic-Power", die grosse Websites mitbringen, haben sich gemäss Seitz unerwartete Synergien zwischen Scout24 und Spontacts ergeben. Menschen, die eine Wohnung auf ImmoScout suchen, könnten zum Beispiel neu in einer Stadt sein und über Spontacts neue Kontakte für Freizeitaktivitäten suchen.
 
Und das Geschäftsmodell?
Während die Spontacts-Gründer mit dem Verkauf der Software und der Marke einen für die Schweiz nicht alltäglichen Erfolg feiern können, entscheiden die nächsten Jahre über das Gelingen von Spontacts. Zum genauen Geschäftsmodell will sich Seitz nicht äussern. Zuerst werde es sowieso darum gehen, mit der neuen Version viele User in der Schweiz zu gewinnen, und ab nächstem Jahr in Deutschland Erfolg zu haben.
 
Mit dem Satz "Wir wissen sehr viel über das Freizeitverhalten unserer User" deutet Seitz aber an, in welche Richtungen die Überlegungen gehen. Hat Spontacts Erfolg, so kann man den BenützerInnen früher oder später sehr genau an ihre Interessen gebunden Diensteistungen und Waren anbieten. Das würde dann auch wunderbar zu Scout24 passen. (Christoph Hugenschmidt)
 
(Foto: Pressefoto von Spontacts. Die drei Gründer Florian Specker, Christoph Seitz und Daniel Kästli v.l.n.r.)
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