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Montag, 25.04.2005
Bill Gates zeigt das neue Windows

Luft anhalten oder nicht? Bill Gates zeigt neue Features der "Longhorn"-Benutzeroberfläche – obwohl das neue Windows erst in anderthalb Jahren auf den Markt kommt.
 
Bill Gates höchstpersönlich, der einstige Mitgründer und heutige "Chief software Architect" und Verwaltungsratspräsident von Microsoft, wird heute an der Windows Hardware Engineering Conference (WinHEC) in Seattle neue Features der kommenden neuen Windows-Version, die immer noch unter dem Codenamen "Longhorn" läuft, vorstellen.
 
Das "Wall Street Journal" erhielt allerdings von Product Manager Neil Charney bereits einen Einblick in das, was Gates präsentieren wird. Gates will sich dabei offensichtlich auf die Benutzeroberfläche, also den Teil des Programms, mit dem Anwender täglich arbeiten müssen, beschränken. Microsoft hat sich bei der Neugestaltung der Oberfläche gemäss Charney vor allem darauf konzentriert, dass die gespeicherten Files übersichtlicher dargestellt und leichter wieder gefunden werden können.
 
Desktop-Suche unnötig machen
 
Im Gegensatz zur Konkurrenz von Google, Yahoo und Co., welche das Problem des Finden von Files mit verbesserten Harddrive-Suchtechnologien lösen möchten, will Microsoft durch verbesserte hierarchische Organisationsmöglichkeiten und anschaulichere Darstellung einen grossen Teil der Suchen unnötig machen.
 
Files soll zum Beispiel neu in "Stapeln" angeordnet werden können, welche durch ihre Höhe die Zahl der darin enthaltenen Files anzeigen. Ausserdem sollen die einzelnen Files im neuen Windows durch die "Virtual Folders" auch in mehreren Ordnern abgelegt werden können (Ohne dass sie dabei mehrmals gespeichert werden). Man könnte also eine Rechnung von Herr Müller sowohl unter "Müller" wie auch unter "Rechnungen" ablegen.
 
Die einzelnen Files selbst sollen durch Icons dargestellt werden, welche – ähnlich wie schon heute die Miniaturansicht für Bilder – den Inhalt eines Files andeuten, und nicht nur den Filetyp. Eine weitere neue Möglichkeit soll es sein, Files mit erklärenden Schlüsselwörtern zu versehen, die in einem Pop-Up auftauchen, wenn man darüber fährt.
 
Reicht das?
 
Microsoft ist offensichtlich darum bemüht, dass öffentliche Interesse an "Longhorn" wachzuhalten, obwohl bis zur Lancierung wohl noch rund 18 Monate vergehen werden. Die Redmonder selbst bezeichnen Longhorn als die wichtigste neue Windows-Version seit zehn Jahren. Kritiker hingegen reden von einem "aufgeblasenen Service-Pack 3", weil viele der technologisch revolutionäreren Neuerungen, wie das Filesystem WinFS oder viele Security-Features, die Microsoft früher angekündigt hatte, gestrichen werden mussten, um das nächste Windows nächstes Jahr endlich herausbringen zu können.
 
Mit der aktuellen Demonstration versucht Microsoft zu zeigen, dass Longhorn doch wichtige Neuerungen bringen wird.
 
Aber auch wenn die genannten Features zweifellos gute Ideen sind und sehr nützlich sein könnten, muss man Zweifel daran anmelden, dass sie die Anwender vom Hocker hauen werden. Erstens ist einiges – wie zum Beispiel auch Apple-Chef Steve Jobs moniert – nicht wirklich originell, zum Beispiel halbtransparente Fenster. Und zweitens haben viele User, die schon länger PCs benutzen, Veränderungen bei der Benutzeroberfläche gar nicht wirklich gern – nicht umsonst haben haufenweise Windows XP-Anwender die Oberfläche sofort nach der Installation auf die "klassische" Ansicht zurückgestellt. (Hans Jörg Maron)
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Kommentare:
Micha Hugelshofer 30.04.2005 16:45 Warum ein neues Betriebssystem so lange dauert, obwohl wichtige Kerntechnologien wie das WinFS gestrichen wurden, ist mir ein Rätsel und könnte M$ ziemlich schaden. (Wahrscheinlich sind neue geheime proprietäre Formate sehr aufwändig).
 
Der Konsens eines Treffens der Elite der Tech- Investoren des churchill Club (USA, April 05) lässt nichts gutes verheissen für Longhorn.
http://www.churchillclub.org/eventDetail.jsp?EVT_ID=654#cd
Aufgrund der riesigen Viren-, Spyware- und Spam Plage ist das Vertrauen in M$ schwer angeschlagen. Unternehmen seien nicht bereit neue Abenteuer einzugehen, wenn die Produktivität nicht massiv gesteigert und die Kosten gesenkt werden können.
 
Viele Unternehmen dieser Welt haben nach der DotCom Krise umdenken und erkennen müssen, dass das Geschäftsmodell vom Gemischtwarenladen grosse Risiken birgt. Kosten sparen und Fokussierung auf das Kerngeschäft war in aller Munde (auf Executive Ebene). Ausnahmen wie GE bestätigen die Regel.
 
Und was hat Micro$oft mit seinen Milliarden in der Kasse getan? Fleissig diversifiziert!
Gibt es überhaupt noch einen Bereich wo M$ nicht mitmischt?
Betriebssysteme: PC, Server, PocketPC, TabletPC, Media Center PC und Smartphones
Software: Office, IE, Mediaplayer, Games, Security
ERP, CRM, SCM, Exchange, Systemmanagement ...
Datenbanken: MS SQL ...
Programmiersprachen: C#, VisualBasic etc. / .NET Framework
Hardware: Spielkonsolen, Designermäuse
.... und alles was ich vergessen habe oder noch geheim ist.
Dass aber viele Grossfirmen sich gerne von der Abhängigkeit von Redmond lösen würden, trägt nicht gerade zum Cross-Selling Effekt bei.
 
Warten wir mal ab und hoffen, dass die Konkurrenz wach bleibt.
 
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