Schleichender IT-Stellenabbau bei Credit Suisse

Angestellte beklagen sich über mangelnde Informationen. Die Bank will keine Zahlen nennen.
 
Die Credit Suisse (CS) baut wie die UBS in der Schweiz IT-Stellen ab, wie der 'Tages Anzeiger' berichtet. "Laufend" würden Mitarbeitende freigestellt.
 
Die Kommunikationsabteilung der Bank bestätigte gegenüber der Zürcher Tageszeitung, dass von den kürzlich angekündigten Kostensenkungsmassnahmen der Credit Suisse "auch der IT-Bereich Schweiz betroffen" sei. Genaue Zahlen will die Bank aber, so der 'Tages Anzeiger', nicht nennen. Auch von der UBS fehlen weiterhin offiziell kommunizierte Zahlen zum Stellenabbau in der Informatik.
 
Angestellte in den jeweils einige Tausend Köpfe zählenden Schweizer Informatikabteilungen beider Banken sind offensichtlich von dieser Informationspolitik verunsichert. "Die Entlassungen wurden uns vom Management nicht kommuniziert. Wir wissen auch nicht, wie viele IT-Kollegen es bei der CS bis jetzt gesamthaft getroffen hat", wird eine dieser Klagen im 'Tagi' zitiert. Die CS sagt dagegen, dass betroffene Mitarbeitende und Bereiche "umfassend informiert und von Spezialisten unterstützt" würden. Dies erfolge allerdings "individuell und bedürfnisgerecht".
 
Nachwuchsförderung als Feigenblatt?
Entlassungswellen in der Informatik, vor allem wenn sie aufgrund von Spar- beziehungsweise Gewinnoptimierungsmassnahmen erfolgen, sind immer auch ein Schlag für die Bemühungen, junge Menschen zu einer Informatikausbildung zu bewegen. Das Image des Berufsfelds leidet auch unter den jüngsten Sparmassnahmen der beiden Grossbanken. Dabei gehört die Credit Suisse eigentlich zu den Förderern des Verbands ICT-Berufsbildung Schweiz. In der Vergangenheit haben sich zudem auch CS-Vertreter über den Fachkräftemangel beklagt und erklärt, dass in der CS-IT nicht alle Stellen besetzt werden konnten, die man eigentlich hätte anbieten können.
 
Im Bericht der Zeitung kommt nun aber auch ein Kritiker zu Wort, der die Nachwuchsförderung der Bank als reine "Imagepflege" bezeichnet. Man baue nur dort neue Leute auf, wo ältere Mitarbeiter vor der Pensionierung stünden und daher "eine Lücke für die Betreuung der IT-Systeme drohe." Die Bank entgegnet auf diese Kritik, dass die Nachwuchsförderung in der Informatik ein fester Teil der Personalstrategie sei. Gegenwärtig beschäftige man in der Schweizer IT-Abteilung 230 Auszubildende, davon 100 Lehrlinge, 30 Praktikanten und 100 Berufseinsteiger mit einem Uni- oder Fachhochschulabschluss. (Hans Jörg Maron)
 
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