Schweizer Geheimdienst-Datenklau beunruhigt auch CIA und MI6

Ende September flog hierzulande der grosse Datenklau, beim Nachrichtendienst des Bundes (NDB) auf. Laut 'Reuters' haben nun Schweizer Behörden ausländische Geheimdienste, darunter den US-Geheimdienst CIA und den britischen Secret Intelligence Service(auch bekannt als MI6), gewarnt, dass dabei auch ihre Daten kompromittiert worden sein könnten. CIA und SIS teilen laut dem Bericht, der sich auf anonyme Quellen bezieht, regelmässig Daten mit dem Schweizer Geheimdienst, beispielsweise zu Antiterroraktivitäten.
 
Ein für den NDB arbeitender Informatiker hatte in diesem Frühsommer eine grosse Menge an Daten kopiert und auf Festplatten ausser Haus geschmuggelt, wahrscheinlich um sie zu verkaufen. Bisher ging man davon aus, dass er vor seiner Verhaftung und der Sicherstellung der Daten noch nichts weitergegeben hatte. Aus dem 'Reuters'-Bericht wird nun nicht klar, ob sich daran etwas geändert hat, oder ob die Schweizer Behörden die ausländischen Geheimdienste routinemässig gewarnt haben. Letzteres scheint wahrscheinlicher, aber für die Reputation des Schweizer Geheimdienstes dürfte die Affäre trotzdem nicht gerade förderlich sein. (hjm)