Waadtländer KB übernimmt 80 Osiris-Entwickler

IBM und die Waadtländer Kantonalbank verlängern zwar ihr Outsourcing-Abkommen bis 2018, doch die 80 Osiris-Entwickler wechseln wieder zurück zur Kantonalbank.
 
Vor fünfeinhalb Jahren glaubte IBM noch, im Schweizer Banking-IT-Geschäft künftig mehr als ein Wörtchen mitreden zu können. Grund: IBM hatte damals die Aktiven des Waadtländer Bankendienstleister Unicible von der Waadtländer Kantonalbank (BCV) übernommen.
 
Der Plan war, dass die BCV die in die Jahre gekommene Software-Plattform Osiris langfristig aufgeben würde. Doch die geplante IT-Fusion mit der Zürcher Kantonalbank scheiterte ein Jahr später. Gleichzeitig wechselten alle ehemaligen Unicible-Kunden auf Finnova. Die BCV blieb auf Osiris und entwickelte die Software mit Hilfe von IBM weiter.
 
Osiris mindestens bis 2018
Die BCV wird nun noch mindestens sechs Jahre mit Osiris arbeiten, wie die Bank gestern Abend mitteilte. Der Vertrag mit IBM, der zuletzt bis 2016 verlängert wurde, dauert nun "mindestens weitere sechs Jahre", so die Mitteilung.
 
IBM wird die Plattform weiterhin betreiben und diverse andere Dienste für die BCV erbringen, doch die 80 Osiris-Spezialisten sind für IBM offensichtlich nicht mehr so wertvoll, wie es 2007 hiess ("Wir hoffen, dass wir die meisten Leute halten können"). Sie werden nun per Juli 2013 wieder zurück zur BCV wechseln und dort die Weiterentwicklung von Osiris vorantreiben.
 
IBM hat es also nicht geschafft, die BCV davon zu überzeugen, auf eine der modernen Lösungen wie Finnova oder Avaloq zu migrieren. Der Plan, in Lausanne einen Hub für Banken aufzubauen - ähnlich wie dies momentan B-Source im Tessin macht - ging nicht auf. Zumindest nicht mit der BCV. (Maurizio Minetti)